

MDR stoppt "Tatort" und "Polizeiruf" ab dem kommenden Jahr
Für Fans der beliebten Krimireihen Tatort und "Polizeiruf" gibt es schlechte Nachrichten: Der MDR stoppt die Neuproduktionen beider Formate für drei Jahre. Das gab der Sender am heutigen Montag bekannt, als MDR-Intendant Ralf Ludwig den MDR-Rundfunkrat über ein umfassendes Sparpaket informierte. Hintergrund ist eine erhebliche Finanzlücke, die durch die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags entstanden ist. Die Bundesländer haben die Beitragsanpassung seit dem 1. Januar 2025 bislang nicht umgesetzt – mit spürbaren Folgen für den öffentlich-rechtlichen Sender. Bereits fertiggestellte Folgen sollen in den kommenden Jahren noch ausgestrahlt werden, doch neue mitteldeutsche Krimifälle wird es vorerst nicht geben. Nach der dreijährigen Pause ist zudem mit einer dauerhaften Reduzierung ostdeutscher Krimistoffe im Ersten zu rechnen.
Neben dem Produktionsstopp bei "Tatort" und "Polizeiruf" plant der MDR weitere Einschnitte: Das "ARD-Mittagsmagazin" soll 2027 abgegeben werden, wobei der NDR bereits Bereitschaft signalisiert hat, die Produktion zu übernehmen. Auch das Magazin "MDR um 2" wird ab 2027 nicht mehr als lineares TV-Format fortgeführt, sondern als Streamingformat für regionale Inhalte weiterentwickelt. Intendant Ralf Ludwig erklärte dazu: "Wir haben uns die Entscheidungen beileibe nicht leicht gemacht und wir würden uns die Situation gewiss auch anders wünschen. Die ausgebliebene Beitragsanpassung erzeugt für uns eine erhebliche Finanzlücke, auf die wir deshalb ab 2027 mit einer Etatabsenkung verantwortungsvoll reagieren müssen, um den MDR insgesamt wirtschaftlich und publizistisch zukunftssicher aufzustellen."
Mit den eingesparten Mitteln will der MDR künftig stärker auf Regionalität und digitale Angebote setzen. So sollen ab 2027 auch an Feiertagen wieder drei eigenständige Landesmagazine um 19 Uhr im MDR-Fernsehen zu sehen sein. MDR-Programmdirektor Boris Lochthofen betonte, man wolle den Sender nicht in der Breite schwächen. "Weil wir den MDR nicht insgesamt schwächen und nicht unsere Aufgaben als öffentlich-rechtliches Haus gefährden wollen, haben wir uns entschieden, nicht in der Breite zu kürzen, sondern strategisch Prioritäten zu setzen", so der Programmdirektor.





