Haft? Marvin Wildhage wurde im Maskottchen-Drama verurteilt

Haft? Marvin Wildhage wurde im Maskottchen-Drama verurteilt

- Malin Friedrich
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Das Amtsgericht München hat YouTuber Marvin Wildhage (29) jetzt für seinen spektakulären Auftritt als falsches Maskottchen beim EM-Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Schottland im Juni 2024 verurteilt. Der Netz-Star hatte sich damals mit einem nachgeahmten Kostüm des Bären "Albärt" sowie gefälschten Akkreditierungen Zugang zum Innenraum der Allianz Arena verschafft und war dabei vor Zehntausenden Zuschauern unerkannt über das Spielfeld getanzt. Für diesen Stunt muss Marvin nun 60 Tagessätze zu je 150 Euro zahlen. Zusätzlich werden 5.400 Euro eingezogen, die er mit Videos zu der Aktion verdient hatte. Das berichtet der Spiegel.

Die Richterin begründete das Urteil damit, dass sich Marvin der Urkundenfälschung und des Erschleichens von Leistungen schuldig gemacht habe. Damit folgte sie der Forderung des Staatsanwalts. Marvins Verteidigerin hatte hingegen auf Freispruch plädiert und argumentiert, ihr Mandant habe sich unter hohem persönlichem Einsatz um die Sicherheit der Spiele verdient gemacht. Der Webstar selbst hatte seine Aktion zu Beginn des Prozesses als investigativen Journalismus verteidigt. "Ich sehe es als meine Aufgabe, auf Missstände aufmerksam zu machen, sie in die Öffentlichkeit zu tragen", so Marvin. Die Richterin ließ dieses Argument jedoch nicht uneingeschränkt gelten. "Der Angeklagte ist ein investigativer Journalist, das spricht ihm hier keiner ab", sagte sie, ergänzte aber auch: "Urkundenfälschung ist wirklich kein Kavaliersdelikt." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Schon vor einem Tag hatte der Fall für Schlagzeilen gesorgt: Marvin musste sich laut Tag24 seit 9.30 Uhr in München vor Gericht verantworten. In dem Bericht hieß es, ihm drohe "eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren". Hintergrund war sein EM-Auftritt, bei dem er sich mit einem selbst präparierten Kostüm und gefälschten Akkreditierungen bis an den Spielfeldrand geschmuggelt haben soll. Auch seine YouTube-Videos standen dabei wieder im Fokus. Ein Clip zu dem Prank sei inzwischen mehr als 3,1 Millionen Mal angeklickt worden. Darin habe Marvin betont, er habe mit der Aktion auf Sicherheitslücken bei der UEFA aufmerksam machen wollen.

Social-Media-Star Marvin Wildhage im Fußballstadion, Januar 2025
Instagram / marvin.wildhage
Social-Media-Star Marvin Wildhage im Fußballstadion, Januar 2025
Marvin Wildhage beim 5. Spieltag der Baller League in der Motorworld Köln, 19.02.2024
Imago
Marvin Wildhage beim 5. Spieltag der Baller League in der Motorworld Köln, 19.02.2024
Marvin Wildhage beim VideoDays Festival 2022 in Köln, Halle Tor 2
Imago
Marvin Wildhage beim VideoDays Festival 2022 in Köln, Halle Tor 2