

Epstein-Akte: Polizei untersucht zwei Kindesmissbrauch-Fälle
In den brisanten Epstein-Akten sind neue Vorwürfe aufgetaucht: Die Polizei untersucht derzeit zwei Fälle mutmaßlichen Kindesmissbrauchs, die sich nach Angaben der Ermittler zwischen den späten 1980er-Jahren und dem Jahr 2000 in Surrey und Berkshire zugetragen haben sollen. Wie die Beamten mitteilten, werden die mutmaßlichen Opfer aktuell vernommen, bislang gab es noch keine Festnahmen. Die Hinweise stammen laut der Daily Mail aus inzwischen ungeschwärzten Dokumenten des US-Justizministeriums zu Jeffrey Epstein (†66), auf deren Basis die britischen Behörden nun aktiv geworden sind. Surrey ist damit bereits die dritte Polizeibehörde in Großbritannien, die nach Veröffentlichung der umfangreichen Unterlagen offiziell Ermittlungen aufgenommen hat.
In einem FBI-Bericht erhebt eine Frau besonders schwere Vorwürfe: Sie gibt an, in den 1990er-Jahren nachts unter Drogen gesetzt und zu sogenannten "Pädophilenring-Partys" in Virginia Water gebracht worden zu sein. In demselben Dokument behauptet sie zudem, von einem dunklen blauen Wagen angefahren worden zu sein, der angeblich von Andrew Mountbatten-Windsor (66) gesteuert worden sei. Dabei habe sie Verletzungen an Rippen, Hüfte und Bein erlitten. Die Frau wirft Andrew sowie der wegen Sexhandels verurteilten Ghislaine Maxwell (64) außerdem sexuellen Missbrauch vor. Maxwell habe sie auf einem Tisch festgehalten und mit Elektroschocks malträtiert, während der frühere Royal und weitere Männer zugesehen hätten. Andrew hat in der Vergangenheit jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit den Epstein-Akten bestritten. Die Polizei in Surrey betont in ihrem offiziellen Statement: "Wir nehmen alle Anzeigen zu Sexualdelikten ernst und werden jeder realistischen Spur nachgehen, um Angaben zu überprüfen oder Beweise zu finden."
Andrew war im Februar wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen worden, während die Thames Valley Police nach Berichten prüft, ob er als Regierungsbeauftragter sensible Informationen an seinen damaligen Freund Epstein weitergegeben haben soll. Zudem untersucht dieselbe Behörde den Vorwurf, eine Frau sei von Epstein nach Großbritannien gebracht worden, um dort eine sexuelle Begegnung mit Andrew zu haben. Der frühere Regierungsvertreter Peter Mandelson (72) wird von der Met Police wegen angeblicher Amtsvergehen untersucht, nachdem er als Wirtschaftsminister vertrauliche Informationen an Epstein weitergeleitet haben soll; er weist alle Anschuldigungen zurück. Parallel dazu geht die Polizei in Surrey Hinweisen nach, nach denen Flughäfen wie Heathrow, Gatwick und Luton sowie die Stützpunkte RAF Horsham und RAF Marham für mutmaßlichen Sexhandel genutzt worden sein könnten – ein Punkt, der durch Bedenken des früheren Premierministers Gordon Brown aufgekommen sein soll.









