"Frauensendung": Ruth Moschner wurde von TV-Sender abgelehnt

"Frauensendung": Ruth Moschner wurde von TV-Sender abgelehnt

- Viviane Schmidt
Lesezeit: 2 min

Ruth Moschner (50) plaudert offen über eine bittere TV-Erfahrung: In dem Podcast Unter uns gesagt von Janne Rust erzählt die Moderatorin, dass sie kürzlich mit einer Freundin ein gemeinsames Format bei einem Fernsehsender platzieren wollte – und dort abblitzte. Die Begründung, die Ruth nach eigenen Worten zu hören bekam, hat es in sich: Der Sender habe bereits genug Sendungen mit Frauen im Programm, eine weitere reine Frauenrunde sei nicht gewünscht. "Wenn du eine Sendung mit einer reinen weiblichen Besetzung hast, dann ist es eine Frauensendung. Wenn du eine Sendung mit einer reinen männlichen Besetzung hast, ist es eine Sendung", fasst sie die Haltung im Gespräch zusammen. Besonders irritiert sie daran, dass so etwas im Jahr 2026 noch Thema sein soll.

Ein kurzer Ausschnitt aus dem Podcast landete wenig später auf TikTok – und löste dort eine hitzige Diskussion aus. Viele Nutzer zeigen sich fassungslos über die geschilderte Argumentation des Senders. Unter dem Clip finden sich Kommentare wie: "Man kann kaum glauben, dass wir im 21. Jahrhundert sind." Andere Stimmen geben sich skeptischer und fordern mehr Einblick hinter die Kulissen. Ein User schreibt etwa: "Also labern kann jeder ohne Beweise, mich würden mal die offiziellen Gründe des Senders interessieren. Wenn es wirklich so ist, wie sie beschreibt, dann zeig doch einfach eine Antwort (Mail, Brief etc.) des Senders." Wieder andere machen auf TikTok ihrem Frust über die aus ihrer Sicht ungleiche Darstellung von Frauen in Film und Fernsehen Luft und verweisen darauf, dass schon ein halbwegs ausgeglichen besetztes Ensemble schnell als "Frauenserie" abgestempelt werde, während rein männliche Produktionen schlicht als Standard gelten.

Ruth beschäftigt sich mit den Mechanismen der TV-Branche nicht zum ersten Mal öffentlich. Die Moderatorin hat bereits zuvor offen darüber gesprochen, wie stark Äußerlichkeiten und bestimmte Erwartungen in ihrem Berufsumfeld eine Rolle spielen – etwa wenn sich Anfragen und Gagen je nach Kleidergröße plötzlich verändern oder Markenkooperationen auf einmal doch interessant werden. Auch abseits solcher Erfahrungen ist Ruth seit Jahren eine feste Größe im deutschen Fernsehen und spricht immer wieder sehr direkt über Branchenrealitäten. Mit ihren öffentlichen Einblicken sorgt sie damit regelmäßig nicht nur für Gesprächsstoff, sondern auch für Diskussionen über den Umgang mit Frauen im TV.

Ruth Moschner zu Gast bei "Hart aber Fair" zum Thema "Der Fall AfD: Einfach verbieten?"
Imago
Ruth Moschner zu Gast bei "Hart aber Fair" zum Thema "Der Fall AfD: Einfach verbieten?"
Ruth Moschner beim 20. Felix Burda Award 2025 in Berlin
Imago
Ruth Moschner beim 20. Felix Burda Award 2025 in Berlin
Ruth Moschner, Moderatorin
Getty Images
Ruth Moschner, Moderatorin
Im Streit um die abgesagte Show: Auf wessen Seite seid ihr?