So luxuriös ist der Knastaufenthalt für Marius Borg Høiby
Marius Borg Høiby (29) verbüßt seine Untersuchungshaft nun im Hochsicherheitsgefängnis Ila nahe Oslo – und das Leben hinter Gittern ist dort offenbar vielseitiger, als man erwarten würde. Der 29-Jährige war ins Ila-Gefängnis verlegt worden, nachdem das Osloer Stadtgefängnis vergangene Woche geschlossen wurde. Marius war am 15. Juni zu vier Jahren Haft verurteilt worden, hat das Urteil aber angefochten und sitzt bis zur Berufungsverhandlung in Untersuchungshaft. In der Anstalt, die rund 125 Insassen und 230 Mitarbeiter beherbergt, warten laut einem Bericht von Dagbladet nun einige Möglichkeiten auf ihn, seinen Alltag zu gestalten.
Da Marius vor seiner Verurteilung als Motorradmechaniker gearbeitet und sogar ein eigenes Motorradunternehmen gegründet hatte, könnte er im Ila-Gefängnis an seine frühere Leidenschaft anknüpfen: Die Anstalt bietet unter anderem eine Metallwerkstatt, eine Lackiererei und eine Kfz-Werkstatt an – sogar ein Gesellenbrief als Kfz-Mechaniker ist dort zu erwerben. Darüber hinaus stehen den Insassen eine Sporthalle, ein Kraftraum und eine Bibliothek zur Verfügung. Beim Mittagessen werden abwechslungsreiche Gerichte aufgetischt – von Thaigerichten über Pasta mit Scampi bis hin zum klassischen Würstchen im Brötchen. Und dank eines Fernsehers auf jeder Zelle können die Insassen auch die Fußball-Weltmeisterschaft mitverfolgen. "Die Insassen haben TV-Zugang auf der eigenen Zelle, sodass man immer die Möglichkeit hat, die Programme und Spiele zu sehen, die man selbst sehen möchte", erklärt stellvertretender Gefängnisleiter Thomas Jahr Osheim gegenüber Dagbladet.
Das Ila-Gefängnis gilt als eine der strengstgesicherten Haftanstalten Norwegens und ist international für die Unterbringung von Schwerverbrechern bekannt. Johan Lothe, Leiter der Stiftung Wayback, die frühere Straftäter bei der Wiedereingliederung ins Gesellschaftsleben unterstützt, kennt die Verhältnisse dort gut: "Sie haben ein reichhaltiges Angebot. Aber Ila ist ein Sicherungsgefängnis, in dem man auf Insassen trifft, die schwere Straftaten begangen haben." Er weist zugleich darauf hin, dass norwegische Gefängnisse generell mit Personalmangel kämpfen – etwas, das auch Marius zu spüren bekommen dürfte.










