Looksmaxxing: Darum ist der Influencer-Trend so gefährlich
Der Tod von Fitness-Influencer Connor Murphy sorgt derzeit weltweit für Schlagzeilen. Er wurde Anfang der Woche tot in Thailand aufgefunden. Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Behörden von einem Ertrinken aus. Während die genauen Umstände noch untersucht werden, wird im Netz immer wieder über einen Begriff diskutiert, mit dem Connor in Verbindung gebracht wurde: Looksmaxxing. Der Influencer galt als Teil der Szene, die sich der Optimierung des eigenen Aussehens verschrieben hat. Einen Zusammenhang zwischen seinem Tod und dem Trend gibt es nach aktuellem Stand allerdings nicht. Doch was steckt eigentlich hinter Looksmaxxing?
Hinter dem Begriff, der sich aus den englischen Wörtern "looks" (Aussehen) und "maxxing" (Maximieren) zusammensetzt, steckt der Versuch, das eigene Aussehen immer weiter zu optimieren. Viele setzen dafür auf Sport, gesunde Ernährung, Hautpflege oder einen neuen Kleidungsstil. In der Szene wird häufig zwischen "Softmaxxing" und "Hardmaxxing" unterschieden. Während Softmaxxing auf vergleichsweise harmlose Veränderungen setzt, geht Hardmaxxing deutlich weiter – etwa mit Schönheitsoperationen, Steroidkonsum oder fragwürdigen Methoden zur Veränderung des Gesichts. Einer der bekanntesten Vertreter der Szene ist Braden Peters (20), besser bekannt als Clavicular oder kurz "Clav". Millionen verfolgen seine Videos, in denen er zeigt, wie er seinen Körper und sein Gesicht nach eigenen Angaben optimiert hat.
In der Looksmaxxing-Community gilt er vielen Fans als sogenannter "Giga Chad" – also als das perfekte männliche Schönheitsideal. Gleichzeitig steht der Influencer wegen seiner Methoden massiv in der Kritik. So behauptet Clavicular unter anderem, bereits als Teenager Testosteron genommen zu haben. Außerdem will er seinen Kiefer mit einem Hammer bearbeitet haben, um markantere Gesichtszüge zu bekommen – eine Methode, die unter dem Namen "Bonesmashing" bekannt ist. Laut ABC News gibt es dafür keinerlei wissenschaftliche Belege. Mediziner warnen stattdessen vor Knochenbrüchen, Nervenschäden und dauerhaften Verletzungen. Für zusätzliche Schlagzeilen sorgte Clavicular, als YouTube seinen Kanal wegen Verstößen gegen die Richtlinien der Plattform sperrte. Nicht ohne Grund: Laut ABC News gibt es für Bonesmashing keinerlei wissenschaftliche Belege. Mediziner warnen stattdessen vor Knochenbrüchen, Nervenschäden und dauerhaften Verletzungen.
Experten befürchten zudem, dass solche Inhalte gerade junge Menschen dazu verleiten könnten, gefährliche Methoden auszuprobieren. Während viele Nutzer bei Sport, Ernährung und Hautpflege bleiben, geraten andere durch soziale Netzwerke immer tiefer in die Welt extremer Selbstoptimierung. Auch Journalist Matt Shea, der seit Jahren über die sogenannte Manosphere recherchiert, schlägt Alarm. Laut ABC News würden manche Influencer jungen Männern zunächst das Gefühl vermitteln, nicht attraktiv genug zu sein. Anschließend präsentierten sie kostenpflichtige Kurse, Coachings oder Programme als vermeintliche Lösung. Diese Strategie erkennt Shea auch bei Clavicular und anderen umstrittenen Figuren der Looksmaxxing-Szene.
Connor Murphys Tod steht nach aktuellem Stand zwar nicht mit Looksmaxxing in Verbindung. Trotzdem hat sein Schicksal den Blick auf einen Trend gelenkt, der in sozialen Netzwerken immer größere Kreise zieht. Während Selbstoptimierung grundsätzlich nichts Verwerfliches ist, warnen Experten davor, dass die Jagd nach dem vermeintlich perfekten Aussehen schnell gefährlich werden kann – vor allem dann, wenn fragwürdige Methoden als einfache Lösung verkauft werden.











