Das unterscheidet "Unsere kleine Farm"-Reboot vom Original

Das unterscheidet "Unsere kleine Farm"-Reboot vom Original

- Viviane Schmidt
Lesezeit: 3 min
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Mehr als 50 Jahre nach dem Start der Kultserie ist "Unsere kleine Farm" jetzt als Netflix-Neuauflage zurück. Das Reboot von "Little House on the Prairie" erzählt die Geschichte von Laura Ingalls Wilder in acht Folgen noch einmal neu und setzt dabei deutlich andere Schwerpunkte als die TV-Version von 1974. Wie das US-Medium Elle berichtet, will die Serie näher an den Büchern bleiben und das Leben der Ingalls in Kansas historisch genauer zeigen. Im Mittelpunkt stehen weiterhin Laura Ingalls, ihre Eltern Caroline und Charles sowie ihre Schwester Mary. Doch gerade im Umgang mit dem Pionieralltag, den Beziehungen zur Osage Nation und den Figuren am Rand der bekannten Geschichte geht die Streamingversion jetzt einen neuen Weg.

Auffällig ist vor allem, dass Netflix die Härten des Lebens an der Grenze viel direkter zeigt. Die neue Serie beleuchtet Unsicherheit, Krankheit, Angst und die Frage, wem in einer jungen Siedlung überhaupt zu trauen ist. Außerdem bekommen Figuren mehr Raum, die in früheren Adaptionen kaum oder gar nicht vorkamen. Dazu zählt Dr. George Tann, ein schwarzer Arzt, der laut der Vorlage eine wichtige Rolle spielte, in der alten Fernsehserie aber fehlte. Auch indigene Figuren und die Osage Nation rücken stärker in den Fokus. Bei den bekannten Rollen gibt es ebenfalls Änderungen: Carrie Ingalls ist zu Beginn noch nicht da, weil ihre Geburt erst später in der Staffel stattfinden soll. Mr. Edwards erscheint in der neuen Fassung außerdem strenger und tragischer, als viele ihn aus dem Original kennen.

Die Reaktionen der Zuschauer fallen gemischt aus. Ein Reddit-Nutzer schrieb laut Woman's World: "Ich bin so traurig, dass meine Kindheit von Menschen neu interpretiert wird, die vielleicht wenig Kontext haben." Eine andere Stimme auf Reddit lobte dagegen den erweiterten Blick und erklärte: "Die Macher dieser Adaption haben deutlich gemacht, dass sie den Blick erweitern – mit Osage als voll gezeichneten Menschen mit Familien und Leben, schwarzen Gemeindemitgliedern und mehr. Ich liebe diesen Ansatz." Neben den Diskussionen über die inhaltlichen Änderungen sorgten nach der Veröffentlichung auch zahlreiche versteckte Anspielungen auf die Originalserie für Begeisterung unter den Fans.

Auch hinter den Figuren gibt es spürbare Verschiebungen. Besonders Caroline Ingalls bekommt in der Netflix-Version mehr Tiefe und wird nicht nur als Mutterfigur gezeigt. Die Serie beschäftigt sich stärker mit Schwangerschaft, Familienverantwortung und dem Alltag einer Frau im Grenzland. Damit verändert sich auch der Blick auf die bekannte Geschichte: Nicht nur die Abenteuer eines Kindes stehen im Vordergrund, sondern ganze Gemeinschaften und ihre unterschiedlichen Erfahrungen. Die Originalserie lief einst neun Staffeln lang und wurde für viele Zuschauer zum nostalgischen Wohlfühlklassiker.

Crosby Fitzgerald als Caroline Ingalls, Alice Halsey als Laura Ingalls, Skywalker Hughes als Mary Ingalls und Luke Bracey als Charles Ingalls in Folge
Eric Zachanowich / Netflix
Crosby Fitzgerald als Caroline Ingalls, Alice Halsey als Laura Ingalls, Skywalker Hughes als Mary Ingalls und Luke Bracey als Charles Ingalls in Folge
Der Cast von "Unsere kleine Farm"
ActionPress / United Archives GmbH
Der Cast von "Unsere kleine Farm"
Melissa Sue Anderson, Karen Grassle, Melissa Gilbert, Michael Landon und Lindsay Sidney Greenbush
IMAGO / Everett Collection
Melissa Sue Anderson, Karen Grassle, Melissa Gilbert, Michael Landon und Lindsay Sidney Greenbush
Skywalker Hughes als Mary Ingalls und Crosby Fitzgerald als Caroline Ingalls beim Dreh von "Unsere kleine Farm"
Eric Zachanowich / Netflix
Skywalker Hughes als Mary Ingalls und Crosby Fitzgerald als Caroline Ingalls beim Dreh von "Unsere kleine Farm"
Der erweiterte Blick auf Osage Nation und Figuren wie Dr. George Tann – wie findet ihr das?