Katie Piper sieht Gesichtsnarben im Datingleben als Vorteil

Katie Piper sieht Gesichtsnarben im Datingleben als Vorteil

- Nurin Khalil
Lesezeit: 2 min
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Katie Piper (42) blickt heute mit einer erstaunlichen Gelassenheit auf die Spuren, die der Säureangriff aus dem Jahr 2008 in ihrem Gesicht hinterlassen hat. Bei der Partnersuche seien ihre Narben nämlich nicht nur eine Belastung gewesen, sondern hätten auch einen ganz praktischen Zweck erfüllt. Gegenüber The Times bezeichnete die britische Moderatorin und Aktivistin ihr verändertes Aussehen als "Idiotenfilter", der ungeeignete Männer von vornherein aussortiert habe. Genau deshalb habe sie auf eine Liebe hoffen können, die Bestand hat. "Denn ich würde niemals einen Mann anziehen, der mich nicht mehr liebt, weil ich gealtert bin oder zugenommen habe oder weil er ein jüngeres Model kennenlernt – er würde mich von Anfang an einfach nicht attraktiv finden", erklärte sie. Mit Richard Sutton hat die zweifache Mutter offenbar genau diesen Partner gefunden. Seit 2015 ist sie mit dem Zimmermann verheiratet.

Wie rücksichtsvoll ihr Ehemann mit ihrer Geschichte umgeht, zeigte sich auch bei einem ganz besonderen Termin. Als Katie ihren OBE-Orden entgegennehmen durfte, verzichtete Richard freiwillig darauf, sie zu der Verleihung zu begleiten. Sein Argument: Er sei zum Zeitpunkt des Angriffs noch gar nicht Teil ihres Lebens gewesen. "Mein Mann war noch nicht da, als der Grund für meine Wohltätigkeitsarbeit entstand, also trat er freundlicherweise zurück und sagte: 'Ich sollte nicht deine Begleitung sein. Das sollte deine Mutter oder dein Vater sein'", schilderte die Autorin gegenüber The Times und ergänzte: "Es war wirklich schön, das mit meiner Mutter zu erleben und ihr etwas Freudiges zurückzugeben." Die Auszeichnung hatte sie 2022 für ihr Engagement erhalten. Nach der Attacke rief sie eine eigene Stiftung ins Leben, die Menschen mit Brandverletzungen unterstützt. Deren Erfahrungen greift sie außerdem in Büchern und Dokumentationen auf.

Der Angriff, der Katies Leben veränderte, ereignete sich im März 2008 in Nordlondon. Ihr damaliger Exfreund Daniel Lynch beauftragte Stefan Sylvestre damit, ihr Schwefelsäure ins Gesicht zu schütten. Die Folgen waren verheerend: Katie trug schwere Verletzungen davon und ist auf einem Auge blind. Beide Männer wurden später zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Auch fast zwei Jahrzehnte danach wird die Moderatorin wegen ihres Aussehens angefeindet. User bearbeiteten ein Foto von ihr mithilfe künstlicher Intelligenz und wiesen die Software an, sie "normal", "perfekt" oder "schön" aussehen zu lassen. Katie stellte sich öffentlich gegen solche KI-Bilder und betonte, wie verletzend derartige Eingriffe seien – vor allem für Menschen, die sich ihr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl noch nicht über viele Jahre hinweg neu aufgebaut haben.

Katie Piper, März 2026
Imago
Katie Piper, März 2026
Katie Piper und Richard Sutton, November 2019
IMAGO / Avalon.red
Katie Piper und Richard Sutton, November 2019
Model Katie Piper im September 2025 in London
Getty Images
Model Katie Piper im September 2025 in London
Katie Piper posiert mit ihrer Familie und ihrem adoptierten Hund Sugar
Instagram / katiepiper_
Katie Piper posiert mit ihrer Familie und ihrem adoptierten Hund Sugar
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