Wolfgang Petry zieht mit letztem Album einen Schlussstrich
Wolfgang Petry (75) setzt einen Schlusspunkt: Am 25. September 2026 erscheint mit "Ein Leben lang" sein fünftes Album seit seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit – und es soll zugleich das letzte sein. In einem seltenen schriftlichen Interview mit t-online äußerte sich der Schlagerstar ungewöhnlich offen dazu, warum er dem Rampenlicht schon vor rund 20 Jahren den Rücken gekehrt hat. Sein Fazit fällt drastisch aus: "Grausam, ein Star zu sein", so der Sänger. Die wachsende Bekanntheit habe ihn demnach verändert – sie habe ihn "nachdenklich und verschlossen" gemacht. Seitdem meidet der Künstler das Rampenlicht, und Auftritte in der Öffentlichkeit haben Seltenheitswert. Medienanfragen lässt er im Regelfall unbeantwortet, was seinen aktuellen Äußerungen gegenüber dem Nachrichtenportal eine enorme Reichweite und Aufmerksamkeit beschert.
Sein letztes Konzert liegt inzwischen 27 Jahre zurück, die aktive Karriere beendete er vor zwei Jahrzehnten. Dennoch nahm Wolfgang danach noch vier Alben auf – "Ein Leben lang" bildet nun den Abschluss dieser Reihe. Seine Entscheidung formulierte er unmissverständlich: "Ich werde kein neues Album mehr machen, aber Lieder schreibe ich weiter, Tag für Tag, und das ist ein ganz großes Privileg." Die Zukunft seiner künftigen Stücke lässt der Musiker, der in seiner Karriere bereits weit mehr als 20 Millionen Tonträger verkauft hat, bislang offen. In seinem Titel "Zehn Mark" schwelgt er in der Nostalgie einer unkomplizierteren Epoche. Da er gänzlich auf eine Kreditkarte verzichtet, meidet er mittlerweile sogar den Einkauf. Im heutigen Miteinander vermisse er grundlegende Tugenden wie Fleiß und Höflichkeit. Besorgt blickt er zudem auf die Jugend: Nach seiner Auffassung werden Kinder in der heutigen Zeit mit ihren Sorgen, ihrem digitalen Konsum am Computer, ihrer Ernährung sowie ihren sozialen Grundwerten sträflich alleingelassen.
Bereits gut dreieinhalb Monate zuvor hatte der Musiker seine Community in helle Aufregung versetzt. Durch das tägliche Posten historischer Aufnahmen auf Instagram – kombiniert mit einem mysteriösen Countdown und dem Schlagwort "News" – heizte er die Gerüchteküche um eine Rückkehr ins Rampenlicht massiv an. Das aktuelle Werk bringt nun zwar spürbar frischen Wind in die Welt von "Wolle", bedeutet jedoch keineswegs den Startschuss für eine fortlaufende Karriere. Vielmehr besiegelt das Album den von ihm bereits angekündigten, endgültigen Abschied von der großen Bühne. Privat sieht sich der Sänger unterdessen in der Rolle des Familienoberhaupts und möchte genau das vorleben, was er in der Gesellschaft vermisst. "Ich denke, als Ältester sollte man für einen guten Zusammenhalt stehen, und ich versuche, das vorzuleben", erklärte er im Gespräch mit t-online. Sorgen um die Zukunft seiner Familie mache er sich nach eigener Aussage nicht – persönliche Verantwortung und familiärer Zusammenhalt stehen für ihn im Vordergrund.



























