In TV-Show: König Carl Gustaf wegen Legasthenie verhöhnt

In TV-Show: König Carl Gustaf wegen Legasthenie verhöhnt

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 2 min
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König Carl Gustaf (80) ist in der jüngsten Folge der Satiresendung "Svenska nyheter" zur Zielscheibe eines umstrittenen Scherzes geworden. Wie Svensk Dam berichtet, wartete ein Reporter des SVT-Formats bei der in der Vorwoche abgehaltenen Parlamentseröffnung auf die Ankunft der schwedischen Königsfamilie. Als der Monarch auftauchte, rief er ihm zu: "König! Ich bin ein großer Fan! Ich habe auch Dyslexil!" Das schwedische Wort für Legasthenie wurde dabei bewusst falsch ausgesprochen. Die Pointe zielte damit direkt auf die bereits in Carl Gustafs Kindheit festgestellten Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben ab. Laut Svensk Dam lässt sich der Gag somit als Verhöhnung Carl Gustafs verstehen und zugleich als Spott über andere Menschen mit derselben Diagnose. Dazu zählen auch weitere Mitglieder der Königsfamilie, die ebenfalls von Legasthenie betroffen sind.

Als eine der bekanntesten Persönlichkeiten Schwedens wird Carl Gustaf regelmäßig in Fernsehshows parodiert. Auch der öffentlich-rechtliche Sender SVT nahm den König bereits mehrfach ins Visier. Noch im Sommer waren er und seine Ehefrau Königin Silvia (82), die in diesem Jahr mit der Seraphimmedaille geehrt wurde, in der SVT-Sendung "Allsång på Skansen" zum Gegenstand von Späßen geworden. Der aktuelle Beitrag unterscheidet sich davon jedoch in einem entscheidenden Punkt: Dieses Mal dient eine diagnostizierte Beeinträchtigung als Grundlage der Pointe. Die Legasthenie des Königs wurde bereits zu Beginn seiner Schulzeit festgestellt. Seit einigen Jahren spricht der Royal offen über seine Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Wie sehr Carl Gustaf seine Legasthenie schon als Kind beschäftigte, schilderte seine Schwester Prinzessin Christina in der Dokumentation "Kungens innersta krets". Sie half ihrem Bruder damals und erklärte: "Ich bin nicht legasthenisch, deshalb fällt es mir schwer, all die Probleme zu verstehen, die das tatsächlich mit sich bringt, wenn man es ist. Es ist harte Arbeit. Die ganze Zeit."

Auch zwei der drei Kinder des Königs haben Legasthenie: Prinzessin Victoria (49) und Prinz Carl Philip (47). Letzterer engagiert sich gemeinsam mit seiner Frau Prinzessin Sofia über die Stiftung des Prinzenpaares für Aufklärung über das Thema. Bereits 2015 machte er in einer Rede deutlich, dass er seine öffentliche Position gezielt dafür einsetzen wolle. "Ich habe beschlossen, meine Rolle zu nutzen, mich in das Thema zu vertiefen und das Gespräch über Legasthenie auf die Tagesordnung zu setzen", sagte Carl Philip. Der Spott über Carl Gustafs Legasthenie dürfte somit auch ihn getroffen haben – und viele andere Menschen mit derselben Diagnose.

Bei der Trauerfeier in Oslo: Carl XVI. Gustaf von Schweden in Uniform mit Orden und Schärpe, September 2026
Getty Images
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König Carl Gustaf an seinem 80. Geburtstag in Stockholm
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Prinzessin Sofia und Prinz Carl Philip von Schweden
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