Ben Affleck offenbart seinen absoluten Tiefpunkt
Ben Affleck (54) spricht offen darüber, wie tief er fallen musste, bevor ihm eine nachhaltige Veränderung im Kampf gegen seine Alkoholsucht gelang. Der Schauspieler ist inzwischen seit mehr als fünf Jahren nüchtern, wie er Variety erzählte. Dass der bloße Wille zur Veränderung lange nicht gereicht habe, machte er dabei deutlich: "Wenn die Sucht wirklich anfängt, die Kontrolle zu übernehmen, reicht es nicht, es im Vorderkopf zu haben und zu sagen: 'Das ist etwas, das ich ändern möchte. Das ist nicht gut für mich.'" Es brauche eine tiefere Erschütterung, erklärte er weiter. "Etwas muss auf der Ebene der Amygdala Klick machen. Daher kommt das Klischee vom 'Tiefpunkt'", so der 54-Jährige gegenüber dem Branchenblatt. Und er ergänzte: "Man muss genug leiden, damit etwas auf dem Spiel steht, das man nicht verlieren möchte." Klingt wenig romantisch – ist aber offenbar genau das, was bei ihm funktioniert hat.
Mehrere Reha-Aufenthalte liegen hinter dem Hollywoodstar, doch heute fühlt sich die Nüchternheit für ihn deutlich entspannter an als in den Anfangstagen: "Das Geschenk langfristiger Nüchternheit ist, dass es einfach leichter wird. Mir schien, ein Teil davon sei, dass man auf etwas stoßen muss, das schwierig und schmerzhaft genug ist", schilderte Ben im Variety-Interview. Zugleich betonte der Schauspieler, dass dieser entscheidende Punkt bei jedem Menschen anders aussehe – entscheidend sei, zu begreifen, was man selbst in der Hand habe und was eben nicht. Ein weiterer Einschnitt kam in diesem Jahr hinzu: Der Tod beider Eltern innerhalb weniger Wochen ließ ihn intensiver über die eigene Sterblichkeit nachdenken. Mit Blick auf seine drei Kinder findet er Trost in der natürlichen Reihenfolge der Generationen. Sein Tod werde eines Tages zwar schwer für seine Kinder sein. Dennoch wünsche sich niemand, dass die eigenen Kinder vor ihren Eltern sterben und sich diese Reihenfolge umkehrt.
Bens Vater Timothy war im April gestorben, seine Mutter Chris Anne folgte am 2. Juni. Vor allem der Verlust seiner Mutter beschäftigte ihn, wie er im Podcast "Street You Grew Up On" erzählte. Nach ihrem Tod entdeckte Ben alte Briefe, die Chris Anne als junge Frau an ihre Eltern geschrieben hatte. Darin begegnete ihm eine Seite seiner Mutter, die er zuvor kaum gekannt hatte. Die Schreiben zeigten eine neugierige und lebenshungrige Frau mit eigenen Plänen. Sie wollte Lehrerin werden und plante, für Proteste nach Mississippi zu reisen. Auch eine ihrer letzten Bemerkungen blieb Ben im Gedächtnis. Seine mit 84 Jahren verstorbene Mutter habe gesagt: "Gott, ich dachte, 84 Jahre würden sich länger anfühlen." Seine Reaktion darauf verriet er ebenfalls gegenüber Variety: "Das glaube ich, denn ich dachte, 54 würden sich länger anfühlen."






















