Tennisikone Angelique Kerber spricht über ihr einstiges Tief
Angelique Kerber (38) wird beim Frankfurter Sportpresseball mit dem "PEGASOS"-Award in der Kategorie "Legende des Sports" geehrt. Im Gespräch anlässlich der Bekanntgabe der Auszeichnung blickte die Tennisspielerin nun laut Bild auf eine Phase zurück, die alles andere als leicht für sie war. 2016 hatte sie die Australian Open und die US Open gewonnen und stieg zur Nummer eins der Weltrangliste auf. Doch nach diesem Ausnahmejahr folgte der Einbruch: Ein Jahr später blieb sie ohne Turniersieg und musste lernen, mit den stark gestiegenen Erwartungen umzugehen. "Auch ich bin in ein Loch gefallen. Ich glaube, das ist normal. 2017 habe ich tatsächlich nicht mehr so gut gespielt", gestand die Kielerin offen. Das Tief hielt allerdings nicht dauerhaft an. Angelique kämpfte sich zurück an die Weltspitze und gewann 2018 in Wimbledon – als erste deutsche Tennisspielerin seit Steffi Graf (57).
Zusätzlich zu den sportlichen Rückschlägen machten Angelique auch die Folgen ihres neuen Superstarstatus zu schaffen. "Plötzlich gab es so viele zusätzliche Dinge, um die ich mich kümmern musste. Es ging nicht mehr nur darum, Tennis zu spielen", erinnerte sich die dreifache Grand-Slam-Siegerin. "Ich musste meinen Tag anders planen, hatte während der Turniere viel mehr Aufgaben und jeder wollte etwas von mir. Man sollte sich zeigen, Zeit für andere nehmen und beispielsweise einen Kaffee trinken gehen", erklärte sie weiter. Um sich aus dem Tief herauszuarbeiten, setzte sich Angelique laut eigener Aussage zunächst kleine, klar erreichbare Ziele. Gleichzeitig wurde ihr bewusst, dass Veränderungen notwendig waren. Aus dieser Phase nahm sie eine wichtige Erkenntnis mit: "Man darf sein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein nicht zu schnell verlieren, nur weil es einmal nicht läuft."
Ihre Erfahrungen möchte Angelique nun an die nächste Generation weitergeben. Mit Blick auf deutsche Nachwuchsspielerinnen wie Eva Lys und Ella Seidel warnte sie davor, einen schnellen Grand-Slam-Erfolg zu erwarten. Talent allein reiche auf dem Weg an die Weltspitze nicht aus. "Aber Disziplin ist unglaublich wichtig. Ohne Disziplin und harte Arbeit kommt man nicht ganz nach oben", betonte die ehemalige Weltranglistenerste und ergänzte: "Natürlich gibt es Höhen und Tiefen. Daraus muss man lernen und nach vorne schauen." Neben konsequentem Training seien aus ihrer Sicht ein starker Wille und mentale Stärke entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Karriere. Hilfreich sei zudem ein verlässliches Team im persönlichen Umfeld. Dieses könne Spielerinnen dabei unterstützen, schwierige Phasen zu überstehen und langfristig erfolgreich zu bleiben.



























