Matthew Perrys Familie enthüllt Grund für Ketaminkonsum
Drei Jahre nach dem Tod von Matthew Perry (†54) meldet sich erstmals seine jüngere Schwester Mia Perry Bowick öffentlich zu Wort. In der Netflix-Dokumentation "The One About Matthew Perry", die ab dem 27. Oktober abrufbar ist, spricht sie über die letzten Monate des Friends-Stars und nennt einen Grund, warum er immer wieder zum Narkosemittel Ketamin griff. "Er hatte das Gefühl, auf Ketamin eine spirituelle Erfahrung gemacht zu haben, er hatte gesehen, dass wir mehrere Leben haben, er hatte das Gefühl, auf Ketamin Gott gesehen zu haben – das hat ihn immer wieder dazu hingezogen", erklärt sie in dem Film. Wie die Staatsanwaltschaft ermittelte, erhielt Matthew kurz vor seinem Tod am 28. Oktober 2023 in seinem Haus in Los Angeles täglich sechs bis acht Ketaminspritzen. Sein damaliger Assistent Kenny Iwamasa verabreichte ihm demnach auch die letzte Dosis, bevor er den Schauspieler allein ließ, um Besorgungen zu erledigen.
Begonnen hatte alles rund zwei Jahre zuvor: Ab etwa 2021 setzte Matthew Ketamin zunächst unter ärztlicher Aufsicht gegen seine langjährigen Depressionen ein und berichtete seiner Familie, die Behandlung helfe ihm. Mia, die selbst als Psychotherapeutin arbeitet, war wegen der Alkohol- und Drogensucht ihres Bruders anfangs skeptisch. Gleichzeitig erlebte sie ihn in dieser Phase als präsent und glücklich – er fand wieder stärker in die Familie zurück. Daraus entwickelte sich später ein massiver Konsum: In den letzten beiden Monaten vor seinem Tod soll der Schauspieler rund 55.000 Dollar für illegal besorgtes Ketamin ausgegeben haben. Kenny kannte ihn zu diesem Zeitpunkt bereits seit 30 Jahren und arbeitete ab 2022 für ein Jahresgehalt von 150.000 Dollar als Assistent in Matthews Haus. In seinem Geständnis räumte er ein, das Mittel besorgt und verabreicht zu haben. Im Mai 2026 wurde Kenny wegen seines als "rücksichtslos" bezeichneten Verhaltens zu drei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Insgesamt erhielten fünf Beteiligte Verurteilungen.
Für Mia ist die Rolle des Assistenten besonders schwer zu verarbeiten, denn die Familie habe ihm vertraut. "Als er anfing, für Matthew zu arbeiten, waren wir alle wirklich glücklich und dachten, dass es gut passt. Matthew vertraute ihm wirklich sehr. Sie waren jeden einzelnen Tag zusammen", erinnert sie sich in der Doku. Heute empfindet sie das als tiefen Verrat: "Er hätte es besser wissen müssen. Er hätte seinen Job kündigen und zu einem Familienmitglied kommen können, er hätte viele verschiedene Entscheidungen treffen können. Ich hatte wirklich das Gefühl, zutiefst getäuscht worden zu sein." Familienfreund David Pressman betont in dem Film, dass Matthew seine schwere Sucht nie abschütteln konnte und dass Menschen in seinem Umfeld genau das – und seinen Wohlstand – ausnutzten. Suchtexperte und Freund West Huddleston schildert zugleich, Ketamin habe Matthew zeitweise von seiner inneren Dunkelheit befreit und ihm neue Energie und Hoffnung gegeben. Der Schauspieler hatte über Jahre offen über seine Alkohol- und Drogenprobleme gesprochen und war mehr als ein Dutzend Mal in einer Entzugsklinik gewesen.



























