Der Tod der talentierten Musikerin Amy Winehouse (†27) hat auch bei ihren prominenten Fans ein großes Loch ins Herz gerissen und so verliehen sie ihrer Bestürzung vor allem bei Twitter Ausdruck. Es gibt jedoch einen, der sich etwas mehr Zeit nahm und einen langen Text verfasste, um sich und die Fans an Amy zu erinnern. Es ist Katy Perrys (26) Ehemann Russell Brand (36), der mit Amy seit langer Zeit eng befreundet ist und sie kennenlernte, als sie vom großen Durchbruch lediglich träumte. In der Nacht zu Sonntag war auf seiner Twitter-Seite zu lesen: „Ich habe etwas für Amy geschrieben. Ich lade es morgen hoch.“ Nur wenige Stunden später konnten Fans weltweit den bewegenden Abschiedsbrief für Amy lesen. So viele, dass Russells Homepage sogar einige Zeit nicht erreichbar war.

Es sind sehr persönliche Worte, die davon berichten, wie Russell Amy kennenlernte und was er an seiner Freundin so schätzte. Außerdem ist es ein Rückblick in die Vergangenheit, da Russell mit Ende zwanzig ebenfalls stark drogenabhängig war, einen Entzug machte und gerade deswegen zu Amy eine so tiefe Verbindung hatte, weil er ganz genau verstand, was in ihrem Kopf vorging. Auch er hat immer mit der Angst gelebt, eines Tages diese eine Nachricht erhalten zu müssen: „Wenn Du jemanden liebst, der an dieser Krankheit namens Abhängigkeit leidet, erwartest Du diesen Anruf. Diesen Anruf wird es geben. Du hoffst jedoch, dass der Anruf vom Abhängigen selbst kommt, um dir zu sagen, er hat genug, er ist bereit aufzuhören, er ist bereit, einen neuen Weg einzuschlagen. Du fürchtest dich vor dem anderen Anruf. Dieser traurige Klang in der Nacht, wenn ein Freund oder ein Verwandter dir sagt, dass es zu spät ist! Sie ist gegangen. Es ist so frustrierend, dass du diesen einen Anruf nicht abnehmen kannst, nein, du musst ihn erhalten. Es ist unmöglich einzugreifen.“

Und wie das Leben manchmal so spielt, trennten sich die Wege der Freunde für einige Zeit. Russell verfolgte zwar Amys Aufstieg, begann aber gerade selbst seine Karriere voranzubringen und hatte somit wenig Zeit, sich mit Amys Schaffen auseinanderzusetzen. Bis auch Russell eines Tages ein Konzerte besuchen konnte und sie zum ersten Mal live erlebte: „Ich war spät dran und als ich mir meinen Weg durch die Plastegesichter und Plastebecher gebahnt hatte, hörte ich diese umwerfende, wundersame Frauenstimme. Als ich endlich drin war, sah ich Amy auf der Bühne mit Paul Weller und seiner Band, und dann kam die Ehrfurcht. Die Ehrfurcht, die sich einstellt, wenn man ein Genie entdeckt. Aus dieser seltsamen und zierlichen Person kam eine Stimme hervor, die nicht von ihr zu kommen schien, sondern von irgendwo anders, jenseits von Billie und Ella, von irgendwo viel bedeutender. Eine Stimme, mit einer solchen Kraft und so viel Schmerz, die irgendwo zwischen menschlich und göttlich zu liegen schien. Meine Augen, mein Mund, mein Herz und mein Geist waren vollkommen geöffnet. Winehouse. Winehouse? Winehouse! (…) Jetzt wusste ich es. Sie war weder einer dieser unglücklichen Möchtegerne, noch einer von diesen besoffenen Trotteln, die es nie schaffen werden und schon gar nicht war sie eine von den billigen Barsängerinnen, die man sich mal für fünfzehn Minuten reinzieht. Sie war ein verdammtes Genie!“

In jedem Satz seines Nachrufes merkt man, wie sehr Russell die Musikerin verehrt, bewundert und geliebt hat. Aber auch wie sehr ihm das Thema Abhängigkeit am Herzen liegt, wie sehr es ihn bewegt: „Jetzt ist Amy tot, wie viele andere auch, deren Tod rückblickend immer so romantisiert wird, weil sie im Alter von 27 Jahren starben. Ob diese Tragödie zu verhindern gewesen wäre oder nicht, spielt jetzt keine Rolle mehr. Es ist heute nicht mehr zu ändern. Wir haben eine wunderschöne und talentierte Frau an diese Krankheit verloren. Nicht alle Abhängigen haben Amys unglaubliches Talent. Oder Kurts oder Jimis oder Janis', einige Menschen bekommen „nur“ diese Krankheit. (…) Nicht jeder von uns kennt jemanden, der Amys unbeschreibliches Talent besitzt, aber wir alle kennen Alkohol- oder Drogenabhängige und sie alle brauchen Hilfe und es gibt diese Hilfe. Alles was sie tun müssen, ist das Telefon in die Hand nehmen und diesen Anruf machen. Oder auch nicht. Wie auch immer, es wird einen Anruf geben.“

Wir waren sehr berührt von Rusells persönlichen Worten und hoffen, dass auch er diesen Verlust verkraften wird.

Lionel Richie, Katy Perry und Luke Bryan
Getty Images
Lionel Richie, Katy Perry und Luke Bryan
Katy Perry und Russell Brand in Los Angeles 2011
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Katy Perry und Russell Brand in Los Angeles 2011
Mitch und Amy Winehouse im Februar 2008
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Mitch und Amy Winehouse im Februar 2008


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