Jetzt ist es auch schon wieder vorbei! Am Freitag spielten Take That in München das letzte Konzert ihrer grandiosen Reunion-Tour „Progress Live“. Seit Ende Mai stehen die fünf bereits auf der Bühne und haben bisher unzählige Fans mit ihrer beeindruckenden Tour begeistert. In Deutschland gaben sie allerdings nur drei Konzerte in Hamburg, Düsseldorf und München. Knappe 60 Millionen Euro hat die Bühnenshow insgesamt gekostet. Beeindruckendstes Detail: eine 20 Meter große Stahlfigur, die sich, ganz wie der Mensch im Laufe der Evolution, schrittweise aufrichtet, bis sie zum Ende der Show auf beiden Beinen steht. Denn an der Evolution orientierten sich Take That auch beim Schreiben ihres Reunion-Albums. Über die lange Zeit von 20 Jahren sind sie gewachsen. Aus kleinen Jungs sind Männer mit Familien geworden.

Wir haben uns für euch am Montag in Düsseldorf unters Volk gemischt und live miterlebt, wie Take That die ESPRIT-Arena zum Kochen gebracht hat. Aus den kreischenden Teenies von damals sind heute erwachsende Frauen geworden. Das Publikum ist bunt gemischt mit Fans von damals, die teilweise die nächste Generation von Take That-Fans im Schlepptau haben und Männern, von denen nicht ganz klar ist, ob sie gezwungen wurden oder insgeheim doch ganz freiwillig da sind. Egal! Alle haben sie sich auf jeden Fall die Seele aus dem Leib geschrien, als Take That nach einem zweiminütigen Countdown Punkt 20:30 Uhr erst einmal nur zu viert die Bühne betraten. Ohne Rückkehrer Robbie Williams (37) geben sie Songs wie „Greatest Day“ oder „Patience“ zum Besten, um dann mit dem Hasen aus Robbies „You know me“-Video durch die Leinwand in eine andere Welt zu verschwinden. Und dann kommt, was kommen muss: Mr. Robbie Williams schießt aus dem Bühnenboden empor und bringt die Arena mit „Let Me Entertain You“ zum Springen, Ausrasten und Kreischen. Fast wäre in Vergessenheit geraten, dass es sich hier um ein Take That Konzert handelt. Nach einigen Klassikern wie „Feel“ oder „Rock DJ“ ist es dann aber auch fast schon wieder vorbei mit der Robbie Williams-Show. Seinen letzten Solohit für diesen Abend - „Angels“ - widmet er der verstorbenen Amy Winehouse (†27) sowie den Opfern der Anschläge in Norwegen. Dann verschwindet auch Mr. Williams wieder hinter die Bühne.

In Urbesetzung von 1990 kommen Take That mit dem Titel „The Flood“ und rauschenden Wasserfällen im Hintergrund zurück - ganz wie im wahren Leben. Deshalb ist es auch selbstverständlich, dass Robbie und Mark Owen (39) beim Anstoßen auf 20 Jahre Take That lediglich ein Glas Milch gereicht bekommen, während Howard Donald (43), Jason Orange (41) und Gary Barlow (40) sich mit einem Glas Rotwein zuprosten dürfen. Mark hatte sich schließlich erst letztes Jahr freiwillig in den Entzug begeben und Robbie hat ja schon seit längerer Zeit mit seinen Süchten zu kämpfen. Aber darum soll es an solch einem Abend natürlich nicht gehen. Hier geht es um Hits von damals - „Babe“, „Everything Changes“ - und heute - „Kidz“, „Love Love“. Vor lauter Feuerwerk, unzähligen Artisten in den ausgefallensten Kostümen, Lichtershow und Animationen wissen die Augen nicht so recht, wo sie zuerst hinsehen sollen. Und dem eingefleischten Take That-Fan stellt sich nicht nur einmal die Frage: „War es vielleicht doch nicht die richtige Entscheidung sich in die erste Reihe vor der Hauptbühne zu kämpfen?“ Denn nicht nur einmal kamen die Fans rund um die Innenraumbühne in den Genuss ihre Idole hautnah zu erleben oder Robbie die Hand zu schütteln, der in einem Stahlgerüst über die Fans hinweg schwebte.

Auch die schrittweise Aufrichtung des beeindruckend großen Stahlmenschen, in dessen Hände sich die Jungs abwechselnd setzen, muss frontal einfach atemberaubend gewirkt haben. Passend zum letzten Lied des Abends - „Eight letters“ - blickt er vollkommen aufgerichtet, starr nach vorne. Es ist das Motto des letzten Liedes. Es gibt keinen Grund zurückzublicken und so sehen es auch Take That. Die Streitereien sind vergessen, die Zukunft ist jetzt und der Blick geht nach vorn. Nach fast zwei Stunden ist das Spektakel an diesem Punkt vorbei und Take That verlassen, ausgestattet mit Deutschlandfahnen, Hüten und Schals, die sie auf dem Weg zur Hauptbühne von den Fans bekommen haben, die Bühne. Schade, dass zwei Stunden so schnell vorbei gingen. Oder?

STAUDINGER, FLORIAN
Mark OwenWENN
Mark Owen
Robbie WilliamsOLYCOM S.P.A.
Robbie Williams
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