Robbie Williams ist sicher: "War nur Tänzer bei Take That"

Robbie Williams ist sicher: "War nur Tänzer bei Take That"

- Helena Neukam
Lesezeit: 2 min

Robbie Williams (51) spricht in der neuen Netflix-Doku über Take That so offen wie selten: Der Sänger erinnert sich daran, wie er sich in den Anfangsjahren der Boyband mehr und mehr "wie ein Hintergrundtänzer" fühlte. "Du merkst erst nach ein paar Jahren, dass du ein Backgroundtänzer bist. Du denkst dir: Moment, dafür habe ich nicht unterschrieben", sagt Robbie in dem Film, der seit dieser Woche auf Netflix zu sehen ist. Der Musiker erzählt, dass er beim Songwriting stärker mitreden wollte, doch seine Ideen prallten ab. Besonders deutlich wird das in seinen Erinnerungen an die Arbeit mit Gary Barlow (55), mit dem er damals Seite an Seite auf der Bühne stand, aber im Studio zu oft außen vor blieb.

Die Doku zeigt, wie Gary als kreativer Kopf den Ton angab und das ganz bewusst. "Ich habe das bewacht. Ich brauchte niemanden, um Songs für die Band zu schreiben. Ich tue es einfach nicht", erklärt Gary laut dem Magazin People. Er schildert, dass dahinter der Druck stand, alle zufriedenzustellen – vom Label bis zum Management. Robbie habe ihn häufig mit neuen Melodien angerufen, verrät Gary, doch die Richtung passte selten: "Er sang mir so einen Oasis-Song vor und ich dachte: Rob, bitte. Wenn ich bei Nirvana bin, großartig, aber wir sind Take That." Gary bleibt dabei, er habe "die Formel" gehabt und gewusst, was als Nächstes zu tun ist. "Von allen war [Robbie] der, der lyrisch am meisten probiert hat, aber nein, ich habe das nie ermutigt", sagt er in der Doku. Robbie wiederum meint, Gary habe nicht gesehen, "wie er sich verhielt".

Die Spannungen mündeten bekanntlich in Robbies Ausstieg 1996, als er parallel mit Sucht und psychischen Problemen rang. Später kehrte er 2010 zur Band zurück, bevor er 2011 wieder den Fokus auf seine Solokarriere legte. Abseits der chronologischen Stationen macht die Doku auch deutlich, wie unterschiedlich die beiden Stars ticken: Robbie suchte schon früh nach einem eigenen kreativen Ventil und rief Freunde und Kollegen angeblich zu jeder Tageszeit mit Songideen an. Gary beschreibt sich dagegen als Tüftler mit klarer Struktur, der in Routinen Sicherheit findet. Wer Robbie privat kennt, erlebt ihn bis heute als jemanden, der auf Tournee gern mit der Crew scherzt und backstage die Musik laut aufdreht, während Gary in ruhigen Momenten lieber mit der Familie Kraft schöpft.

Gary Barlow und Robbie Williams in London, 2010
Getty Images
Gary Barlow und Robbie Williams in London, 2010
Popgruppe "Take That" im August 2012
Getty Images
Popgruppe "Take That" im August 2012
Robbie Williams und Gary Barlow im Jahr 2010
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Robbie Williams und Gary Barlow im Jahr 2010
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