"Im Grunde genommen ist da, wo Musik die Menschen trifft, eine Gleichheit da. Das ist ja das, was Musik ausmacht." Mit der Single "You Remember" macht Gentleman (38) seinen Fans schon einmal Lust auf genau diese Art von Songs: Texte, die von Herzen kommen, persönlich sind, gepaart mit Melodien, die ins Ohr gehen, das Potential zur Background-Musik oder vielleicht sogar zum Soundtrack des Alltags haben.

Gentleman erzählte Promiflash im Interview, dass Reggae für ihn die Musik sei, die er persönlich am meisten spüre. Findet er es allerdings schade, dass sich Reggae, im Gegensatz etwa zu neuerdings Folk- oder Indie-Musik, weiterhin im "Untergrund" hält und es nicht so wirklich in den Mainstream schafft? "Also ich würde mir natürlich wünschen, dass auch andere Künstler außer mir und Patrice und Seeed im Mainstream stattfinden. Mainstream ist ja nichts Schlimmes, wenn die Musik nicht verwässert wird. Deswegen würde ich mir schon wünschen, dass gerade Künstler aus Jamaica, oder es gibt ja auch schöne Musik, die in Deutschland produziert wird, mehr Beachtung geschenkt bekommen. Das ist natürlich etwas, das ich vermisse. Gerade, was auch die Radiolandschaft angeht. Ich höre viel zu oft die Top 10 rauf und runter, ich wünsch mir da auch viel mehr 'Diversity', viel mehr Vielseitigkeit, gerade auch, was Newcomer angeht, experimentelle Musik."

"Reggae-Musik" per se sei allerdings ein sehr, sehr weiter Begriff, der von traditionellen bis hin zu modernen Stilen ein breites Spektrum abdecken würde: "Ich mag auch nicht dieses Schubladen-Denken, aber anscheinend braucht der Mensch das, man kann ja immer noch aussortieren. Und auch im Plattenladen muss ja irgendwie 'R'n'B', 'Hip Hop' und 'Reggae' stehen, damit man weiß 'Was ist das für Musik?'. Aber letztendlich machen wir alle Musik, das darf man nicht vergessen. Wir dürfen nicht zu ernst und engstirnig an die Sache rangehen."

Wenn es also überhaupt eine Definition von "Reggae" in dem Sinne gäbe, meinte der Sänger im Gespräch, dann müsse der Status dieses Genres wohl unter anderem darin begründet sein, dass "diese Musik sehr sozialkritisch ist, politisch teilweise, vielleicht eine Spur zu radikal" und dass sie auch vom musikalischen Aspekt her einfach weniger massentauglich als andere Genres sei. Nichtsdestotrotz unterstrich der Musiker aber auch uns gegenüber, dass es immer die Vielfalt sei, die das Interessante an der Welt generell und der Musik im Speziellen ausmachen würde: "Man könnte sich bestimmt mehr öffnen, weil's die Welt bunter macht, wenn verschiedene Kulturen aufeinander treffen."


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