Nie hatte eine Serie im US-amerikanischen Fernsehen mehr Zuschauer als die zweite Staffel von The Walking Dead 2011. Während man mit "Spread the Dead" eine Spin-off-Serie jener Erfolgsstory plant, haben die Produzenten von "Falling Skies" und der neu erschienenen Serie "The Leftovers" ihre ganz eigene Version einer post-apokalyptischen Fernsehserie auf den Markt gebracht. Ob eine Menschen-Gruppe nun gegen Aliens oder Zombies kämpfen muss: Der Erfolg solcher Endzeit-Serien ist derzeit nicht von der Hand zu weisen. Aber was macht den Boom solcher Serien aus und wieso findet dieses Thema derzeit solchen Anklang?

Ein Grund für die Beliebtheit ist sicherlich die Nische, die man damit im Fernsehprogramm gefunden hat. Während die Kinowelt fast schon jeden Winkel der Apokalypse beleuchtet und auf die Leinwand gebracht hat, betraten die Macher von "The Walking Dead" und Co. fast schon Neuland: Denn in der Fernsehlandschaft herrschten lange Zeit Vampire oder Werwölfe vor. Dass die Auseinandersetzung mit dem Ende der Welt und unheilbringenden Kreaturen nun ihren Weg auf den Fernsehbildschirm gefunden hat, ist da sehr erfrischend. Neben dem Genre jener Serien weist aber auch ihre Thematik einen entscheidenden Grund für ihren Erfolg auf.

Die Nachkriegszeit der westlichen Welt wird seit Längerem durch schwer greifbare Bedrohungen wie Terrorismus oder Naturgewalten erschüttert. Im Kampf gegen die bedrohliche Außenwelt zeigen uns die Serien-Charaktere die Realisierung unserer existenziellsten Ängste auf: Das Böse hat die Macht ergriffen und herrscht über das Gute. Als Kompensation unserer gefühlten Machtlosigkeit im Kampf gegen reale Bedrohungen können wir unseren Serienhelden Folge um Folge bei ihrem Sieg über das Böse zuschauen. In der Auseinandersetzung mit der gefährlichen Außenwelt entstehend in den Gruppen der Serie aber auch immer wieder interne Machtkämpfe, die geschlichtet werden müssen. Mit Themen wie Selbstmord, Rassismus oder präventiver Tötung herrschen in der Serien-Realität ähnliche Probleme wie in der weltlichen Realität vor. Beim Mitfiebern mit den Serien-Lieblingen werden den Zuschauern jene Sujets spielerisch näher gebracht und in ihren eigenen Erfahrungshorizont getragen. Durch den Plot erhält man auch gleichzeitig Lösungsansätze, wie trotz der Konflikte eine soziale Gerechtigkeit im Kollektiv geschaffen werden kann.

Damit steckt in diesen Endzeit-Serien mehr als nur Panikmache und reiner "Mord und Totschlag". Die Gründe für ihren Erfolg sind allerdings so vielschichtig wie ihre Interpretationen von Apokalypse selbst - einen kleinen Anriss dieser Gründe wollten wir euch aber bieten.

RTL II
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