Es war die wohl umstrittenste Entscheidung, die im Zuge des Eurovision Song Contests gefällt wurde. Nachdem Newcomerin Ann Sophie (25) im letzten Jahr mit einer gnadenlosen Null-Punkte-Niederlage nach Deutschland zurückkehrte, soll Musikgenie Xavier Naidoo (44) diese Blamage im nächsten Jahr retten. Er wird 2016 als deutscher Kandidat antreten, wie heute Morgen bekannt gegeben wurde. Doch die Ankündigung der ARD stieß nicht bei allen Fans auf Zustimmung. Jetzt äußerten sich die Verantwortlichen erstmals zu diesem Beschluss und den gravierenden Vorwürfen.

Ann Sophie
Sehrsam,Heiko / ActionPress
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Xavier Naidoo ist nicht nur einer der größten Musiker des Landes, sondern auch einer der disputabelsten. Immer wieder wird er von vielen Kritikern wegen seiner vermeintlich homophoben und rechtspopulistischen Äußerungen scharf angegangen. Doch für ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber spielen diese Auffälligkeiten keine Rolle, im Interview mit der dpa rechtfertigte er seine Wahl jetzt wie folgt: "Dass Xavier Naidoo polarisiert, wussten wir. Xavier Naidoo steht für Toleranz allen Lebensentwürfen gegenüber, die es in dieser Republik gibt." Bei der Nominierung hätten laut Schreiber andere Aspekte im Vordergrund gestanden.

Xavier Naidoo
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Xavier Naidoo

So sei es ausschlaggebend gewesen, einen Künstler zu finden, der mit der Idee einer externen Songauswahl konform geht. "Für uns war es wichtig, mit jemandem anzutreten, der über eine hervorragende Bühnenpräsenz verfügt, der ein sehr guter Sänger ist und der mit uns auf die Suche nach einem Lied geht. Man darf gespannt sein, in welchem Maße die Soul-Legende das Land vertreten kann.

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VOX/Timmo Schreiber
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