Zum zweiten Mal hintereinander scheiterten die deutschen Stars beim Eurovision Song Contest. Die Sängerin Jamie-Lee Kriewitz (18) trat mit ihrem Song "Ghost" an und wurde mit 11 Punkten auf den letzten Platz gewählt. Der Musikproduzent und ESC-Urgestein Ralph Siegel (70) erklärt das Phänomen im Interview.

Jamie-Lee Kriewitz beim ESC 2016
Michael Campanella/Getty Images
Jamie-Lee Kriewitz beim ESC 2016

Der 70-Jährige, der denn ESC 1982 gemeinsam mit Nicole gewann, befand sich selbst allein acht Mal unter den ersten vier Plätzen und weiß, wie der Hase läuft. Laut Siegel könnte das Problem das Scheiterns in der Auswahl der Stars und Lieder bestehen, die nicht international genug seien und sich zu wenig an das ausländische Publikum anpassen würden. Vielmehr würde man deutsche Stars im eigenen Land promoten, erklärte der Star gegenüber BZ.

Ralph Siegel
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Ralph Siegel

Deutschland fehle es an Tatendrang, ganz vorne mitzuspielen, so der Produzent: "Denn sonst würde die Vorentscheidung, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mit anderen Songs und anderen Künstlern besetzt sein, nämlich mit Künstlern und Liedern, die international chancenreich sind und nicht allein auf den deutschen Geschmack abzielen."Der Musiker streitet allerdings ab, dass der letzte Platz etwas mit "Beliebtheit" oder sogar der Kanzlerin zu tun habe: "Es gibt immer dumme Kommentare und Ausreden, wenn Ziele nicht erreicht wurden, und natürlich muss auch die arme Angela Merkel wieder her halten – wie dumm und verkrampft ist das denn?"

Ralph Siegel
Facebook/ Laura Pinski
Ralph Siegel

Den Siegersong lobt der Musikproduzent und zeigt sich ausgesprochen positiv: "Es ist ein Liederwettbewerb, der Europa verbindet und auch keine Katastrophe, wenn man mal wieder Letzter wurde. Wie sage ich seit Jahren: Nach dem ESC ist vor dem ESC. Und nächstes Mal wird alles gut!"

Seht im Clip noch einmal, welche Stars Jamie Lee die Daumen gedrückt haben.