In wenigen Tagen steht die Fußball-EM an und National-Kicker Jérôme Boateng (27) müsste sich eigentlich nur darauf konzentrieren. Doch am vergangenen Wochenende äußerte sich der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland rassistisch über den Profi-Fußballer und sorgte damit für Unruhen. Nachdem die Fans sofort Partei für den Sportler ergriffen haben, meldet sich nun auch Jérôme selbst zu Wort.

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"Kann ich nur drüber lächeln. Ist traurig, dass so etwas heute noch vorkommt", meint der 27-Jährige gegenüber Spiegel Online. Boateng scheint betrübt über solche Aussagen zu sein, doch immerhin versucht er die Situation mit Humor zu nehmen. Der weit rechts stehende Politiker Alexander Gauland nahm am Wochenenden kein Blatt vor den Mund. "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn", soll der AfD-Vize gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) gesagt haben. Kurz darauf bestritt er seine Aussage in einer offiziellen Erklärung: "Ich habe nie, wie die 'FAS' insinuiert, Herrn Boateng beleidigt. Ich kenne ihn nicht und käme daher auch nicht auf die Idee, ihn als Persönlichkeit abzuwerten", so der Vorsitzende in einer Erklärung am Sonntagmittag. Doch die Zeitung widersprach der Darstellung Gaulands.

Jérôme Boateng
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Jérôme Boateng

Die gemeinen Aussagen lösten in Deutschland eine Welle der Empörung aus. Nachdem sich bereits Oliver Bierhoff (48) zu dem Vorfall äußerte, schließen sich dem weitere Fußball-Kollegen an und setzen in ihren sozialen Netzwerken ein Zeichen. "Jerome Boateng hat bisher 57x für die Nationalmannschaft gespielt. Damit hat er 57x mehr für Deutschland getan als die AFD. @JB17Official", verteidigt Hans Sarpei (39) den Kicker auf Twitter.

Jérôme Boateng
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Jérôme Boateng

Und auch der deutsche Nationalspieler Benedikt Höwedes (28) steht seinem Kumpel bei: "Wenn du für Deutschland Titel gewinnen willst, brauchst du Nachbarn wie ihn. #Abwehr", schreibt er auf seinem Twitter-Account. Sowohl Fans als auch die Spieler der deutschen Nationalmannschaft stehen hinter Jérôme Boateng.