Die Erinnerung ist noch frisch. Während Deutschland am 13. November 2015 im "Stade de France" gegen Frankreich spielte, waren Detonationen zu hören. Zeitgleich schossen Terroristen wahllos auf Besucher von Cafés und Restaurants in Paris und richteten ein Blutbad beim Konzert der Band Eagles of Death Metal an. Immer noch ist die Terrorangst in Frankreich nicht gebangt, trotzdem ist die EM 2016 im vollen Gang. Für die DFB-Elf ging es mittlerweile in die französische Hauptstadt, wo sie im besagten Terror-Stadion im zweiten Spiel auf Polen treffen. Angesichts der Erlebnisse im November - wie nervös ist das Team?

Julian Draxler, Shkodran Mustafi, Jérôme Boateng, Benedikt Höwedes und Mario Götze beim EM-Spiel geg
KCS Presse / Splash News
Julian Draxler, Shkodran Mustafi, Jérôme Boateng, Benedikt Höwedes und Mario Götze beim EM-Spiel geg

Tatsächlich mussten sich die Spieler am Rande ihres Trainings heute Fragen zu ihrem Gemütszustand gefallen lassen. Nachdem sie während der Terrornacht im letzten Jahr zunächst im Stadion festsaßen und anschließend nur unter größten Sicherheitsvorkehrungen abreisen konnten, stand auch das nächste Spiel in Hannover unter keinem guten Stern. Weil dort Drohungen eingingen, musste das Match abgesagt werden. Es wäre also nur zu verständlich, wenn Joachim Löws (56) Jungs dieser Schrecken immer noch in den Knochen stecken würde.

Shkodran Mustafi beim Training der DFB-Elf
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Shkodran Mustafi beim Training der DFB-Elf

"Wir fühlen uns sicher", erklärte Verteidiger Jérôme Boateng (27) im Interview jedoch, "wir bereiten uns aufs Spiel vor und hoffen, dass auch drum herum alles gut geht! Wir können es nicht beeinflussen. Wir können nur die Leistung auf dem Platz beeinflussen. Wir wollen hier weit kommen." Auch Shkodran Mustafi (24) wirkte ruhig und abgeklärt, erinnert sich aber noch lebhaft an die Zeit nach den Anschlägen: "Man ist vom Länderspiel zurück zum Verein. Ich bin dann zurück nach Spanien und bin sehr dankbar, dass es da nicht so thematisiert wurde. Ich lasse das nicht so an mich ran." Und Sami Khedira (29) brachte in einer Pressekonferenz auf den Punkt, worum es neben der Konzentration auf die Leistung bei der EM eigentlich gehen sollte: "Es geht da nicht um uns. Wir müssen in Gedenken bei den Opfern und den Familien sein."

Die Deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2016
Sport Moments / ActionPress
Die Deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2016

Wie sehr die deutschen Helden des ersten EM-Spiels gefeiert wurden, seht ihr in diesem Clip: