Am Mittwoch ist 800-Meter-Läuferin Caster Semenya in die Olympischen Sommerspiele von Rio eingestiegen. Souverän hat die Südafrikanerin ihren Vorlauf gewonnen. Sie ist die große Favoritin auf die Gold-Medaille. Hinter der sensiblen Läuferin liegt aber eine lange Leidenszeit. Seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2009 steht sie im Verdacht, nicht zu "100 Prozent eine Frau" zu sein, wie es ein damaliger Funktionär ausgedrückt hat. Ihre Landsfrau Motsi Mabuse (35) bringt die Geschlechts-Debatte um die Leichtathletin mächtig auf die Palme.

Shelayna Oskan-Clarke, Ajee Wilson und Caster Semenya (v.l.n.r.)
FABRICE COFFRINI / Staff (Getty)
Shelayna Oskan-Clarke, Ajee Wilson und Caster Semenya (v.l.n.r.)

Die schöne Tänzerin schreibt auf Instagram einen offenen Brief und schlägt sich auf die Seite der armen Caster: "Es blutet mir das Herz, wenn ich sehe, wie Caster Semenya von den internationalen Medien behandelt wird. Ich dachte diese Geschlechts-Debatte wäre beendet und begraben. Für Olympisches Gold muss dieses Mädchen eine inakzeptable Peinlichkeit nach der anderen erdulden. Sie hat es sich nicht ausgesucht." Nach ihrem Triumph 2009 musste sie sich sogar einem erniedrigenden Geschlechtstest unterziehen. In den Medien wurde sie immer wieder nur als "Es" bezeichnet. "Caster ist ein Mensch, mit Gefühlen, so wie du und ich. Stell dir vor, du wärst an ihrer Stelle. Du hast nichts falsch gemacht, aber Menschen beleidigen und erniedrigen dich. Ich hoffe, sie kann sich dennoch auf ihren Wettkampf fokussieren. Südafrika und viele andere stehen hinter dir", schreibt die Let's Dance-Jurorin weiter.

Tänzerin Motsi Mabuse
Patrick Hoffmann/WENN.com
Tänzerin Motsi Mabuse

Der Körper von Caster hat unter den Verdächtigungen gelitten. Verletzungen überschatteten den weiteren Verlauf ihrer Karriere. Doch auch ihre Psyche ist angegriffen. "Ich bin kein Monster", hatte sie erst kürzlich in einem ihrer seltenen Interviews erklärt. Für Rio hatte sie sich auch über die 400 Meter und 1.500 Meter qualifiziert, doch der südafrikanische Verband wollte den Trubel um ihren Start so gering wie möglich halten. Am Samstag will sie sich ihren großen Traum erfüllen: Gold bei Olympia.

Leichtathletin Caster Semenya
Shaun Botterill / Staff (Getty)
Leichtathletin Caster Semenya

Vielleicht wird sie aber schon vorher nachträglich zur Olympia-Siegerin von London erklärt. Vor vier Jahren holte sie Silber hinter der Russin Maria Sawinowa. Der droht nun aber wegen Dopings die Aberkennung ihres Sieges. Gold würde dann an die Südafrikanerin gehen.

Caster Semenya (m.) vor ihrem Start in Rio
Ian Walton / Staff (Getty)
Caster Semenya (m.) vor ihrem Start in Rio

Für wen sich Olympia doppelt gelohnt hat, seht ihr am Ende des Artikels!