Vor gut einem halben Jahr hielt Jan Böhmermann (35) mit der Erdogan-Affäre ganz Deutschland in Atem. Der Satiriker hatte Ende März vor laufenden TV-Kameras ein Schmäh-Gedicht über den türkischen Präsidenten vorgelesen. Die Folgen: Ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung, Polizeischutz für Jan, politische Spannungen - sogar Angela Merkel (62) meldete sich zu Wort. Jetzt offenbarte der Moderator, wie er selbst diese Tage erlebt hat.

Jan Böhmermann in seiner Show "NEO Magazin"
Sepp Spiegl / Photoweb
Jan Böhmermann in seiner Show "NEO Magazin"

Es muss eine harte Zeit für Jan gewesen sein. Dass es wegen des Gedichts Ärger geben könnte, mag der 35-Jährige möglicherweise vorausgesehen haben, aber das Ausmaß der Querelen hat auch ihn überrascht. In einem YouTube-Interview mit dem Journalisten Rooz Lee verriet der "Neo Magazin Royal"-Moderator jetzt, wie sehr ihn die Auswirkungen des Skandals erschüttert haben. "Wenn auf einmal dein eigenes Land anfängt, 'ah, was ist da passiert, wir müssen intervenieren' und wenn sich die Bundeskanzlerin mit dir beschäftigt - das fühlt sich schon anders an, als alles andere, was man sonst erlebt hat", so Jan.

Jan Böhmermann zu Gast in bei "Willkommen Österreich" mit Stermann & Grissmann
ActionPress
Jan Böhmermann zu Gast in bei "Willkommen Österreich" mit Stermann & Grissmann

Aus Selbstschutz war er auf dem Höhepunkt der Aufruhr abgetaucht, sagte alle öffentlichen Auftritte ab und ließ seine Sendung vier Wochen lang pausieren. Sogar die Verleihung des Grimme-Preises, wo er mit dem zweiten Grimme-Preis geehrt werden sollte, ließ der Komiker sausen. Am Donnerstag kehrt Jan mit "Neo Magazin Royale“ (ZDFneo, 22.30 Uhr) aus der Sommerpause zurück. Die Grenzen der Kunst- und Meinungsfreiheit wird er wohl weiterhin ausreizen. "Ich darf mich auf die Grenze der Meinungsfreiheit stellen. Dass ich hier stehe, erlaubt mir die Verfassung unseres Landes. Das erlaubt mir all das, wofür unser Land steht", so der gebürtige Bremer.

Jan Böhmermann beim "Deutschen Filmpreis 2016" in Berlin
Getty Images / Mathis Wienand
Jan Böhmermann beim "Deutschen Filmpreis 2016" in Berlin