700 Seiten über "The Boss" (67). Seit Dienstag ist seine Autobiografie "Born to Run" in den Buchläden erhältlich. Dort spricht Rock-Gigant Bruce Springsteen offen über die Schattenseiten seines Lebens, seine Verletzlichkeit und eine schlimme Krankheit, die ihn schon seit über 30 Jahren verfolgt. Der "Born in the USA"-Star, der sich auch sehr für gesellschaftspolitische Belange engagiert, leidet an Depressionen.

"Little Steven", Bruce Springsteen und Patti Scialfa
Jamie McCarthy / Staff (Getty)
"Little Steven", Bruce Springsteen und Patti Scialfa

Sogar an Selbstmord hat der Musiker oft gedacht, der seit etlichen Jahren Medikamente einnehmen muss. "Ich verstehe, was Menschen in den Abgrund reißt", schreibt er in seinem Buch. Bereits seit den frühen 80er-Jahren ist er in Behandlung, kurz nachdem er mit seinem Album "Nebraska" einen Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht hatte. Nach Jahren der Besserung verschlimmerte sich kurz nach seinem 60. Geburtstag sein Zustand wieder. "Es hat anderthalb Jahre gedauert und mich zerstört", schreibt er weiter. "Es war dann wieder ein Jahr gut und kehrte zurück, als ich 63 wurde." Er spricht auch offen über einen Seitensprung 2005, der seine Depressionen erneut verstärkte. "Es traf mich physisch, sexuell, emotional und geistig. Zur Hölle, ich bekam nicht einmal mehr einen Ständer."

Musiker Bruce Springsteen
PATRICIA DE MELO MOREIRA / Freier Fotograf (Getty)
Musiker Bruce Springsteen

Depressionen liegen in seiner Familie. Sein Vater litt an Paranoia und wurde aus Eifersucht sogar gewalttätig gegen seine Mutter – der Oscar-Preisträger verteidigte sie mit einem Baseball-Schläger. Auch andere Verwandte waren psychisch krank. "Ich habe Cousins, die nach der sechsten Klasse die Schule verlassen haben, nach Hause gegangen sind und nie wieder das Haus verlassen haben." Ganz schön traurige Familiengeschichte.

"The Boss" Bruce Springsteen
ANDER GILLENEA / Freier Fotograf (Getty)
"The Boss" Bruce Springsteen