Warum landeten seine Arbeiten nicht auf dem Forschungsthron? Nachdem am Mittwochmorgen die traurige Nachricht vom Tod des Wissenschaftlers Stephen Hawking (✝76) die Medienwelt schockierte, bleiben Fragen offen. Der an der Nervenkrankheit ALS leidende Brite widmete sein Leben der Physik und erforschte das Universum. Seine Erkenntnisse in der Relativitätstheorie und im Bereich der Schwarzen Löcher brachten dem Familienvater große Anerkennung ein. Allerdings nicht von überall – denn Stephen erhielt nie den Nobelpreis!

Einmal im Jahr wird die renommierte Auszeichnung für außergewöhnliche Entdeckungen verliehen, sie gehört zu den wichtigsten wissenschaftlichen Preisen. Doch warum wurde Stephen zeit seines Lebens nie mit dem Nobelpreis geadelt – obwohl er bahnbrechende Forschungserfolge erzielte? Dass eine Nominierung des Physik-Genies ausblieb, ist nicht ungewöhnlich: Oft braucht die Nobelpreis-Jury Jahrzehnte, um eine wissenschaftliche Erkenntnis zu prüfen und sie schließlich zu würdigen. Damit will sie die Gefahr umgehen, falsche Thesen als wahr anzuerkennen.

Trotz Stephen Hawkings Tod ist eine Ehrung theoretisch noch möglich. Schon einmal haben die Juroren posthum den Nobelpreis verliehen. So wurde er 2011 an den kanadischen Immun-Forscher Ralph Steinman (†68) vergeben – drei Tage, nachdem dieser gestorben war.

Stephen Hawking bei einem Vortrag in CambridgeBryan Bedder/Getty Images for Breakthrough Prize Foundation
Stephen Hawking bei einem Vortrag in Cambridge
Stephen Hawking bei einem Vortrag auf TeneriffaDESIREE MARTIN / Freier Fotograf / Getty Images
Stephen Hawking bei einem Vortrag auf Teneriffa
Ralph Steinmans (links, auf dem Bildschirm) Familie bei einer Pressekonferenz 2011Stan Honda
Ralph Steinmans (links, auf dem Bildschirm) Familie bei einer Pressekonferenz 2011


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