Kino für Oscars: James Cameron entsetzt von Streaming-Tricks
Netflix-Filme bei den Oscars sind ein heiß diskutiertes Thema. Auch James Cameron (71) ist kein Fan davon, Filme, die für Streaming gemacht wurden, bei den Oscars zu bedenken – in erster Linie, weil das nur geht, wenn Netflix und Co. die Academy Awards austricksen. "Das ist eine Falle für Leichtgläubige. Sie bringen den Film für eine Woche ins Kino, damit er sich für die Oscars qualifiziert. Ich finde das im Kern völlig verdorben", schimpft der Hollywood-Regisseur im Podcast "The Town with Matthew Belloni". So würden die Oscars ihre Bedeutung verlieren, denn laut James stehen sie für Kinofilme: "Die Oscars bedeuten für mich gar nichts, wenn sie nicht auch fürs Kino stehen. Sie wurden vereinnahmt und das ist entsetzlich."
Für James sollte ein Film nur dann für die Oscars qualifiziert werden, wenn er in die Größenordnung der Kinofilme passe: Er müsse in mindestens 2.000 Kinos für mindestens einen Monat laufen. Die Institution Kino scheint seit einigen Jahren gegen Streamingdienste anzukämpfen und die Tricks der Streamingdienste machen es offenbar nicht besser – das Kino verliere so immer mehr an Bedeutung. James glaubt, das könnte extreme Folgen haben, vor allem für hochwertig produzierte und bildgewaltige Filme. "Wir müssen wieder große, fantasievolle Filme ins Kino bringen [...]. Diese Filme brauchen visuelle Effekte. Wenn die VFX-Kosten immer weiter steigen, gleichzeitig aber immer weniger Filme genehmigt werden und das Kino weiter schwächelt, dann gibt es diese Filme bald nicht mehr", ist der 71-Jährige überzeugt. Er selbst habe nichts dagegen, wenn seine Fans die Filme erst zu Hause schauen, aber nur, wenn ihnen bewusst sei, was sie verpassen.
James ist wohl der Regisseur, der stellvertretend für bildgewaltige Fantasy- und Action-Filme steht. Er ist der Kopf hinter Blockbustern wie "Terminator", "Alien", Titanic und zuletzt Avatar. Vor allem "Avatar" hinterließ Spuren im Kino und viele Fans würden sicher darauf beharren, dass der Film sich erst auf der großen Leinwand so richtig entfaltet. Aktuell ist bereits der dritte Teil in der Produktion, aber vor allem der erste Teil gilt als Meilenstein, denn als er Anfang der 2000er-Jahre produziert wurde, steckten die 3D-Kameras, die James verwendete, noch in den Kinderschuhen. So wurde "Avatar" zu einem der ersten Filme, der die Zuschauer in einem 3D-Kino an die Sitze fesselte und der Technik den Weg ebnete.









