

Berlin benennt diesen Platz nach Margot Friedländer (†103)
Berlin würdigt die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer (†103), indem der Vorplatz des Abgeordnetenhauses in der Hauptstadt künftig ihren Namen tragen wird. Das gaben die Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld zusammen mit Berlins regierendem Bürgermeister Kai Wegner bekannt. Bei einer für Mittwoch anberaumten Pressekonferenz werden weitere Details zu dieser Ehrung bekanntgegeben. Ebenso wird die Bürgermeisterin des Bezirks Berlin-Mitte, Stefanie Remlinger, anwesend sein, in dessen Zuständigkeitsbereich sich der Platz befindet. Diese Initiative reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen ein, um das Vermächtnis der im Mai verstorbenen Ehrenbürgerin lebendig zu halten.
Zusätzlich zu der Platzbenennung ehrte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil Margot Friedländer mit einer Sonderbriefmarke, die er im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der jüdischen Gemeinschaft sowie von Schülerinnen und Schülern präsentierte. Margot, als engagierte Zeitzeugin bekannt, erzählte über viele Jahre hinweg ihre Geschichte von Verfolgung, Deportation und Überleben in Schulen, um vor allem der jungen Generation die Schrecken des Holocaust nahezubringen. Ihr Appell "Seid Menschen" bleibt als eindringliche Mahnung zurück, mit gegenseitiger Achtung und Menschlichkeit dem Hass entgegenzuwirken.
Die bewegende Lebensgeschichte von Margot ist eng mit Berlin verknüpft. Nach ihrer dramatischen Flucht vor den Nationalsozialisten und Jahren im Konzentrationslager kehrte sie erst mit 88 Jahren aus den USA zurück in ihre Heimatstadt. Dort erarbeitete sie sich durch ihr Engagement für Aufklärung und Bildung großen Respekt. Nach ihrem Tod am 9. Mai dieses Jahres wurde sie in einem bewegenden Trauerakt auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee beigesetzt. Ihre letzte Ruhestätte liegt neben dem Grab ihrer Großeltern, in der Nähe von Gedenktafeln, die an ihre Mutter und ihren Bruder erinnern, die im Holocaust ihr Leben verloren.




