Isabell Horn erzählt von ihrem Weg aus den Depressionen
Schauspielerin Isabell Horn (42) öffnet im ARD-Gesund-Podcast "Raus aus der Depression" ihr Herz und spricht so offen wie selten über drei schwere depressive Episoden in ihrem Leben. Im Gespräch mit Entertainer Harald Schmidt (68) und Psychiater Prof. Ulrich Hegerl erzählt Isabell, wie sie die Krankheit zum ersten Mal ereilte, als ihr Vertrag bei GZSZ überraschend nicht verlängert wurde. "In den schlimmsten Phasen, da hab ich es nicht mal geschafft, mir irgendwie die Haare zu waschen oder einkaufen zu gehen. Ich lag nur im Bett, ich konnte auch nichts essen", erinnert sie sich und ergänzt: "Ich hatte so düstere Gedanken und dann hat mir tatsächlich mein Ex-Freund geholfen."
Er fand für sie einen Platz in einer psychotherapeutischen Praxis, durch die sie langsam wieder Lebensfreude gewann. Vier Jahre später, nach der Geburt ihrer Tochter, kehrte die Depression zurück. Prof. Hegerl erklärt in der Folge, wie eine Veranlagung in der sensiblen Phase rund um das Wochenbett verstärkt werden kann: Längere Bettzeiten, selbst bei großer Erschöpfung, wirkten dann oft zusätzlich belastend auf die Stimmung. In der Pandemie erlebte die inzwischen zweifache Mutter ihre dritte schwere Phase, während ihr Mann Haushalt und Kinder weitgehend übernahm. "Wir haben den Kindern erklärt: 'Mama geht es gerade nicht so gut, sie ist krank und braucht viel Ruhe.' Aber es hat die ganze Familie schon sehr belastet", verrät die Schauspielerin rückblickend.
Heute betont Isabell im Gespräch mit Harald Schmidt, wie sehr sie an diesen Krisen gewachsen ist. "Ich habe durch die depressiven Phasen gelernt, dass ich viel liebevoller mit mir umgehen muss", erzählt sie und beschreibt, wie wichtig ihr Pausen, klare Grenzen und ein ehrlicher Austausch im engsten Kreis geworden sind. Auch in ihrer Partnerschaft setzt die zweifache Mutter auf Offenheit, wenn es ihr schlechter geht, und bindet ihren Mann bewusst in ihren Alltag und ihre Gefühle ein. Für ihre Kinder versucht sie, eine Sprache zu finden, die ihnen Sicherheit vermittelt, ohne etwas zu beschönigen. Dass sie heute trotz der erlebten Tiefpunkte zuversichtlich in die Zukunft schauen kann, fasst Isabell folgendermaßen zusammen: "Ich habe das Gefühl, ich bin auf einem guten Weg. Sollte es so sein, dass ich mal wieder in eine depressive Phase rutsche, weiß ich jetzt, es gibt einen Weg da raus und ich habe keine Scheu, mir Hilfe zu holen."






