Michele Reiner schickte kurz vor tragischem Tod eine E-Mail
Ein letzter Gruß vor der Tragödie: Michele Reiner (†70) schrieb nur Stunden vor ihrem Tod gemeinsam mit Regisseur Rob Reiner (†78) eine E-Mail an den zu lebenslanger Haft verurteilten Nanon Williams. Es war der Abend nach einer Aufführung von "Lyrics From Lockdown" in New York, die die beiden besucht hatten. Am nächsten Tag wurden Michele und Rob tot aufgefunden, ihr Sohn Nick (32) wurde festgenommen und als "verantwortlich" für die Todesfälle bezeichnet. In der Nachricht, die um 20:26 Uhr ET am 13. Dezember verschickt wurde, schwärmte Michele von der Vorstellung und wollte Nanon an ihrer Begeisterung teilhaben lassen.
Nanon, dessen Fall den Theatermacher Bryonn Bain zu "Lyrics From Lockdown" inspirierte, bestätigte gegenüber NBC News den rührenden Kontakt. "Michele war mein Herz", sagte er. In der E-Mail schrieb Michele: "Ich bin sicher, du hast von [deiner Frau] Tera gehört, aber die Show gestern Abend war fantastisch. Wir haben sie schon mehrmals gesehen, aber er verbessert sie immer weiter und sie wird immer besser." Sie erwähnte neue Videos von Nanon im Stück, lobte die Inszenierung und erzählte, dass die Reiners den Abend mit einer großen Runde erlebt hatten: Nanons Mutter, seine Schwestern, die Kinder sowie der Georgetown-Professor Marc Howard mit seiner Freundin. Als besondere Begleitung hatten die Reiners Billy Crystal (77) dabei. "Er liebte es und war sehr bewegt", berichtete Michele. Die Mail endete mit den Worten: "Hoffe, es geht dir gut. Liebe dich."
Die Verbindung zwischen den Reiners und Nanon reicht ein Jahrzehnt zurück: Nachdem sie das Stück erstmals gesehen hatten, suchten sie den Kontakt und blieben seitdem mit ihm im Austausch. Für Michele war es offenbar wichtig, familiäre Nähe zu betonen. "Ich liebte deine Mutter. Sie ist so schön, und ich sagte ihr, sie muss etwas richtig gemacht haben, weil du so gut geworden bist", schrieb sie. Rob und Michele galten im Freundeskreis als Menschen, die kulturelle Projekte mit persönlicher Wärme verbanden, Menschen zusammenbrachten und Gespräche über Gerechtigkeit und Hoffnung nicht scheuten. Nanons Worte über Michele und die liebevolle Tonlage ihrer E-Mail zeichnen ein Bild einer Beziehung, die von Respekt, Zuneigung und regelmäßiger Anteilnahme geprägt war.








