Kritik: Duffer-Brüder verteidigen "Stranger Things"-Finale

Kritik: Duffer-Brüder verteidigen "Stranger Things"-Finale

- Julia Geißenhöner
Lesezeit: 3 min

Zehn Jahre nach dem Start von Stranger Things ist das Abenteuer in Hawkins mit dem Finale von Staffel fünf zu Ende gegangen – und kaum waren die letzten Folgen online, entlud sich im Netz ein Sturm aus Lob, Tränen und scharfer Kritik. Mittendrin: die Macher Matt Duffer und Ross Duffer (41), die sich während des Release-Marathons noch auffallend zurückgehalten hatten. Jetzt brechen die beiden im Gespräch mit mehreren US-Medien ihr Schweigen und verteidigen das umstrittene Ende. Vor allem ein Moment sorgt für hitzige Diskussionen: Wills großer Coming-out-Monolog, den viele Fans als Herzstück der letzten Episode feiern, während andere ihn als zu lang oder "unnötig" abtun. Gegenüber Variety nehmen die Duffer-Brüder diese Vorwürfe direkt auf – und machen klar, warum genau diese Szene für sie unverzichtbar war.

Ross erklärt im Interview mit Variety, dass der Monolog für sie seit Jahren gesetzt war: "Die Coming-out-Szene ist etwas, worauf wir seit neun Jahren hinarbeiten." Für die Macher sei sie sowohl thematisch als auch erzählerisch zentral, nicht zuletzt für Schauspieler Noah Schnapp (21). Ross verknüpft Wills Moment mit dem Kern der Serie: Der Bösewicht Vecna stehe für die "dunklen Gedanken und das Böse der Gesellschaft", denen die Figuren nur entkommen könnten, wenn sie lernen, sich selbst zu akzeptieren und füreinander einzustehen. Gegenüber Netflix’ Portal Tudum beschreibt Matt außerdem die letzte Szene im Keller als symbolischen Abschied von der Kindheit: Wenn die Clique den vertrauten Hobbyraum verlässt, sei das "ihr Abschied von der Kindheit". Im Gespräch mit Deadline verraten die beiden zudem, dass im Writers’ Room zwar über viele mögliche Tode nachgedacht wurde, sie sich am Ende aber bewusst dagegen entschieden hätten, massenhaft Figuren zu opfern: Die Serie sei vor allem ein Abenteuer und eine Coming-of-Age-Geschichte, in der "unsere Helden, die meisten von ihnen, lebend rauskommen" sollten.

Und wie geht es weiter im "Stranger Things"-Kosmos? Matt verrät bei TheWrap, dass ein Spinoff geplant ist, das offene Punkte beantwortet, aber eine eigene Geschichte und Mythologie erzählt. Es werde nicht um den Mind Flayer gehen – dieses Kapitel sei auserzählt. Hinter den Kulissen zeigen die Brüder gern, wie sehr sie die Dynamik der Figuren antreibt. Matt spricht häufig über den besonderen Zusammenhalt des Ensembles, Ross betont das Vertrauen, das sie in ihre jungen Stars setzen. Die beiden wuchsen selbst als Filmfans auf, die in Kellern und Garagen Geschichten spannen – jetzt verabschieden sie ihre Hawkins-Crew genau aus dieser Welt. Ein Kreis, der sich schließt, mit viel Nostalgie, festem Band zwischen Freunden und dem Mut, das Nächste anzugehen.

Der Cast von "Stranger Things", Dezember 2025
Getty Images
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Caleb McLaughlin, Finn Wolfhard, Winona Ryder, Noah Schnapp und  Maya Hawke in der fünften Staffel von "Stranger Things"
Netflix
Caleb McLaughlin, Finn Wolfhard, Winona Ryder, Noah Schnapp und Maya Hawke in der fünften Staffel von "Stranger Things"
Matt und Ross Duffer bei den Writers Guild Awards 2018
Christopher Polk / Getty Images
Matt und Ross Duffer bei den Writers Guild Awards 2018
Wie fandet ihr Wills Coming-out-Monolog im Finale?
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