Marius Borg Høiby wegen Kontaktverstoß vor Prozess im Fokus

Marius Borg Høiby wegen Kontaktverstoß vor Prozess im Fokus

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min

Neuer Wirbel um Marius Borg Høiby (28): Kurz vor dem anstehenden Prozessbeginn in Oslo ermittelt die Polizei weiter gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) – dieses Mal wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen ein Kontaktverbot. Laut norwegischen Medien soll Marius seine frühere Freundin trotz behördlicher Auflage mehrfach getroffen haben. Diese Frau war das erste Opfer in der Gewaltspirale, die im Sommer 2024 ihren Anfang nahm, als Marius sie in einer Osloer Wohnung attackierte. Der Prozess gegen Marius startet am 3. Februar vor dem Osloer Gericht.

Die angebliche Betroffene durfte Marius den Behörden zufolge nicht aufsuchen. Nach Berichten von TV 2 und VG versuchte die Frau im Dezember, die einstweilige Verfügung aufheben zu lassen. Die Polizei lehnte ab und verlängerte die Maßnahme "aus allgemeinen Gründen", um ihre Interessen zu schützen. Die Behörden befürchteten möglicherweise, dass die Frau unter Druck gesetzt werden könnte oder dass weitere Übergriffe nicht ausgeschlossen werden können. "Ich kann bestätigen, dass die Ermittlungen in der Sache weiterlaufen. Darüber hinaus habe ich keine Kommentare", sagte Staatsanwalt Andreas Kruszewski dem Nachrichtenbüro NTB. Parallel dazu steht Marius in 32 Anklagepunkten vor Gericht, darunter vier mutmaßliche Vergewaltigungen, Übergriffe, Drohungen sowie heimliche Aufnahmen intimer Bereiche. Die mutmaßlichen Taten sollen zwischen 2018 und 2024 stattgefunden haben. Marius bestreitet die schwersten Vorwürfe, hat aber Gewalt gegen eine Ex-Freundin und Drohungen gegen einen Mann eingeräumt. Ihm drohen bei einer Verurteilung in den schwersten Punkten bis zu zehn Jahre Haft.

Im Dezember hatten Ermittler bereits die neu bezogene Wohnung von Marius im Osloer Stadtteil Frogner durchsucht, um Hinweise auf weitere mögliche Straftaten zu sichern. Eine der Spuren wurde von Behördenkreisen als "schwerwiegend" bezeichnet. Marius, der am 13. Januar 29 Jahre alt wird, hält sich seit Beginn der Affäre aus der Öffentlichkeit heraus. Das norwegische Königshaus versucht unterdessen verzweifelt, Distanz zu dem Skandal zu halten. Kronprinzessin Mette-Marit, die monatelang geschwiegen hatte, äußerte sich erst im Dezember in der NRK-Dokumentation "Das Jahr mit der Königsfamilie" zu den Vorwürfen gegen ihren Sohn. "Wir waren stets der Ansicht, dass diese Angelegenheit vor Gericht geklärt werden muss. Dort gehört sie hin. Und wir wollen uns weder mit dem Fall selbst noch mit privaten Angelegenheiten befassen, bevor er nicht vor Gericht verhandelt wurde", so Mette-Marit. Die Familie habe sich bereits professionelle Hilfe geholt. Experten bezweifeln jedoch, dass Mette-Marit oder ihr Mann Haakon (52) bei dem Prozess erscheinen werden – zu groß ist die Gefahr weiterer Imageschäden für die ohnehin angeschlagene Monarchie.

Marius Borg Høiby, Sohn von Mette-Marit
Getty Images
Marius Borg Høiby, Sohn von Mette-Marit
Prinzessin Mette-Marit und Marius Borg Høiby bei der Jubiläums-Garden-Party in Trondheim 2016
Imago
Prinzessin Mette-Marit und Marius Borg Høiby bei der Jubiläums-Garden-Party in Trondheim 2016
Kronprinz Haakon von Norwegen und Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen, 2023
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Kronprinz Haakon von Norwegen und Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen, 2023
Der mögliche Verstoß gegen das Kontaktverbot sorgt für Schlagzeilen – wie ordnet ihr das ein?