Zeugen beeinflusst? In Marius Høibys Fall wird neu ermittelt

Zeugen beeinflusst? In Marius Høibys Fall wird neu ermittelt

- Anja-Stine Andresen
Lesezeit: 2 min

Im Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) gibt es eine neue Wendung: Die Behörden haben Ermittlungen wegen des Verdachts der Zeuginnenbeeinflussung eingeleitet. Das berichtet unter anderem Dagbladet. Auslöser war eine Befragung am 26. Februar in Oslo. Mette Yvonne Larsen, die Anwältin der sogenannten Frogner-Frau, äußerte den Verdacht, ein enger Freund des Angeklagten habe vor der polizeilichen Vernehmung ihrer Mandantin am 2. Februar Kontakt zu ihr gehabt. Möglicherweise gab es inhaltliche Hinweise zu deren Aussage. Der Mann, ein langjähriger Freund von Marius, räumte im Zeugenstand ein, mit der Frau über Snapchat kommuniziert zu haben. Auf die Frage, ob er ihr Ratschläge gegeben habe, was sie der Polizei sagen solle, antwortete er: "Ja, wir haben über den Fall gesprochen. Eigentlich über alle Fälle."

Die Anwältin zeigte sich gegenüber der Zeitung unzufrieden mit den Aussagen des Zeugen. "Ich finde, ich habe ziemlich ausweichende Antworten erhalten", erklärte sie und wies darauf hin, dass es in Norwegen strafbar sei, Zeugen zu bedrängen oder zu beeinflussen. Daraufhin forderten die Verteidiger von Marius eine sofortige Prüfung des Sachverhalts. Polizeijurist Andreas Kruszewski bestätigte am 27. Februar gegenüber dem Blatt das weitere Vorgehen: "Wir haben Frau Larsen kontaktiert und sie gefragt, ob sie zu einer Befragung bereit ist, was sie bestätigt hat. Ihre Befragung ist für Montag angesetzt." Am selben Tag wurde zudem bekannt, dass das Kontaktverbot gegenüber der Frogner-Frau um weitere sechs Monate verlängert wurde.

Marius, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52), war kurz vor Beginn des Gerichtsverfahrens erneut festgenommen worden. Dem 29-Jährigen werden unter anderem Gewalt, Sachbeschädigung, die Drohung mit einem Messer sowie Verstöße gegen eine einstweilige Verfügung vorgeworfen. Bei dem befragten Freund handelt es sich um einen Mann, der bereits wegen Betrugs und Erpressung verurteilt wurde und als "Follo-Mannen" bekannt ist. Er lebt inzwischen in Dubai und beschrieb Marius im Zeugenstand als "sehr emotional". Über dessen Beziehungen sagte er: "Er verliebt sich sehr, sehr schnell, und man braucht eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit, wenn man mit Frauen zusammen ist, die viel unterwegs sind und in den Medien und sozialen Netzwerken präsent sind."

Marius Borg Høiby bei der Feier zum Nationalfeiertag in Skaugum, Norwegen
Imago
Marius Borg Høiby bei der Feier zum Nationalfeiertag in Skaugum, Norwegen
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses am Osloer Bezirksgericht am 5. Februar 2026
Getty Images
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses am Osloer Bezirksgericht am 5. Februar 2026
Prinz Haakon, Marius Borg Høiby und Kronprinzessin Mette-Marit, Juni 2016
ActionPress / Robin Utrecht
Prinz Haakon, Marius Borg Høiby und Kronprinzessin Mette-Marit, Juni 2016