Alan Rickmans geheime Zweifel an den "Harry Potter"-Filmen

Alan Rickmans geheime Zweifel an den "Harry Potter"-Filmen

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 3 min

Zehn Jahre nach seinem Tod sorgt Alan Rickman (†69) noch einmal für Gesprächsstoff: In seinen inzwischen veröffentlichten Tagebüchern beschreibt der Harry Potter-Star, wie wenig er anfangs mit der gefeierten Filmreihe anfangen konnte. Der Schauspieler, den Millionen als Severus Snape lieben, notierte schon vor dem Kinostart von "Harry Potter und der Stein der Weisen", er fühle "ein bisschen gar nichts gegenüber Harry Potter, was mich wirklich beunruhigt". Nach der Premiere in London verließ Alan das Kino irritiert, störte sich sogar an der berühmten Musik von Komponist John Williams (93) und fühlte sich weiterhin fremd in dem Mega-Franchise, das ihn weltberühmt machen sollte. Während Fans ihn längst als Kultfigur feierten, rang der Star in seinen Tagebüchern Seite für Seite mit seinen widersprüchlichen Gefühlen.

In dem Buch "Madly, Deeply: The Alan Rickman Diaries", das seine Frau Rima Horton nach Alans Tod 2016 mit herausgegeben hat, ist dieses Auf und Ab deutlich zu erkennen. So schrieb Alan nach dem zweiten Film 2002 frustriert: "kein weiterer Harry Potter", ergänzte später jedoch, er werde die Reihe "zu Ende bringen". "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" schaffte es zwischenzeitlich doch, den Schauspieler zu beeindrucken. Alan schrieb in seinem Tagebuch, Regisseur Alfonso Cuarón (64) habe "einen außergewöhnlichen Job" gemacht, der Film sei deutlich "erwachsener" und "so voller Wagnis, dass es mich zum Lächeln brachte und wieder lächeln ließ". Gleichzeitig sparte der starre Professor aus Hogwarts im echten Leben bei späteren Harry-Potter-Filmen nicht mit Kritik: Nach "Harry Potter und der Halbblutprinz" notierte er, er wolle "die Köpfe der drei Davids gegen die nächste Wand schlagen" – gemeint sind die Produzenten David Heyman, David Barron und Regisseur David Yates (62). Die Effekte fand er zwar "atemberaubend", fragte aber enttäuscht: "Wo ist die Geschichte?"

Besonders persönlich wird Alan, wenn es um Severus Snapes großes Geheimnis geht. Noch bevor die Bücher fertig waren, vertraute ihm Autorin J. K. Rowling eine entscheidende Wendung an. "Snape liebte Lily", erzählte sie ihm – ein Satz, der dem Schauspieler, wie er in seinem Tagebuch notierte, einen "Felsvorsprung zum Festhalten" gab. Diese intime Vorab-Information prägte fortan sein Spiel, während er privat mit den kreativen Entscheidungen rang. Als er schließlich Snapes ikonischen Tod auf der Leinwand sah, empfand er die Szene als "alles ein bisschen episch und japanisch" und nannte sie "verstörend anzusehen." Er vermerkte jedoch zugleich, dass das Publikum "sehr glücklich" sei. Hinter dem strengen Blick des Professors stand ein Mann, der seine Rolle ernst nahm, viel zweifelte und doch konsequent zu Ende führte – und dessen Figur bis heute weltweit auf Posterwänden, Conventions und in Fan-Herzen weiterlebt.

Alan Rickman in "Harry Potter and the Order of the Phoenix" als Severus Snape
Imago
Alan Rickman in "Harry Potter and the Order of the Phoenix" als Severus Snape
Alan Rickman, Schauspieler
Getty Images
Alan Rickman, Schauspieler
Maggie Smith, Miriam Margolyes, Richard Harris und Alan Rickman
Moviestore Collection
Maggie Smith, Miriam Margolyes, Richard Harris und Alan Rickman
Könnt ihr Alans anfängliche Distanz zur Harry-Potter-Reihe nachvollziehen?