"Halb totgeschlagen": Michelle über ihre düstere Kindheit
Michelle (53) hat in der MDR-Talkshow "Riverboat" schonungslos über ihre Kindheit gesprochen – und die Worte gehen unter die Haut. Die Sängerin, die am Freitagabend in Leipzig auf dem Sofa der Sendung saß, erzählte, wie sie als Mädchen von den Eltern in eine Pflegefamilie kam, zeitweise auf der Straße lebte und Gewalt erfuhr. "Ich wurde halb totgeschlagen", sagte Michelle in der Runde. Mit den Moderatoren und Gästen im Studio blickte sie auf ihren Weg zurück – von der düsteren Jugend bis zum Durchbruch im Schlager.
In der Sendung machte Michelle deutlich, dass Musik ihr Rettungsanker war. Sie sprach darüber, wie sie sich im harten Showgeschäft behauptete, wie Schreiben zur Therapie wurde und wie sie in Songs wie "Gespräch mit Gott" auch ihren Suizidversuch verarbeitet hat. "Es hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin", erklärte sie. Schuldzuweisungen lehnt die Sängerin ab. "Du kannst sagen, 'Es ist alles so schrecklich, ich habe auf der Straße gelebt, ich wurde halb totgeschlagen, meine Mama war Alkoholikerin', alles ganz furchtbar, aber am Ende ist es mein Weg und der hat mich einfach zu dem gemacht", sagte Michelle.
Abseits der großen Worte über Schmerz und Heilung wurde auch spürbar, was Michelle privat trägt. Die Sängerin wirkt geerdet, wenn sie über Glaubenssätze spricht, die ihr Halt geben, und über die innere Ruhe, die sie sich erarbeitet hat. Freundschaften im Umfeld, die aus gemeinsamen Jahren im Musikgeschäft gewachsen sind, gelten als eng und verlässlich. Wer Michelle kennt, beschreibt sie als jemanden, der nach Auftritten noch lange mit den Menschen spricht, die zu ihren Konzerten kommen, und der kleine Gesten schätzt. Ihr Weg mag hart gewesen sein, doch in der vertrauten Art, mit der sie ihre Geschichte teilt, zeigt sich auch die Nähe zu den Fans, die sie über all die Jahre begleitet haben.






