Paul McCartney spricht über Depression nach Beatles-Aus

Paul McCartney spricht über Depression nach Beatles-Aus

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 3 min

Paul McCartney (83) öffnet sein Archiv und sein Herz: In der neuen Prime-Video-Doku "Paul McCartney: Man on the Run", die am 27. Februar startet, erzählt der Musiker, wie er sich nach dem Ende der Beatles verloren fühlte und sogar fürchtete, nie wieder Musik zu schreiben. Im exklusiven Trailer, den das Magazin People präsentiert, erinnert sich Paul an die Zeit nach der Trennung der Band in England, spricht über seinen Neustart – und darüber, wie er gemeinsam mit Linda McCartney eine neue Richtung einschlug. "Die Beatles waren mein ganzes Leben. Als wir uns trennten, dachte ich, ich werde nie wieder eine Note Musik schreiben. Ich hatte Angst davor, erwachsen zu sein", berichtet er über seine damalige Verfassung. Schon in früheren Interviews sagte er, das Beatles-Aus sei für ihn wie Sterben gewesen.

Im Trailer erinnert sich Paul daran, wie aus dieser schweren Zeit langsam ein neues Kapitel entstand: Wings. Gemeinsam mit Linda, die er 1969 geheiratet hatte und die 1998 starb, formte er die Band, die in den siebziger Jahren mit Hits wie "Live and Let Die", "Band on the Run", "Jet" und "Silly Love Songs" die Charts eroberte. "Ich war sehr deprimiert, aber ich hatte Glück, weil ich Linda hatte", sagt der Sänger in der Doku-Vorschau. Charmant blickt er auch auf ihre gemeinsame Anfangszeit zurück: Auf die Frage, wann er entdeckt habe, dass Linda singen könne, antwortet er lachend: "In der Hochzeitsnacht." Kritiker standen der Band anfangs jedoch skeptisch gegenüber, wie der Musiker berichtet: "Wings war ein Flop, als wir anfingen." Doch das Paar ließ sich nicht entmutigen und arbeitete hart daran, die Songs zu perfektionieren. Die vielen Hits, die die Band später hervorbrachte, erneuerten Pauls Selbstvertrauen. Im Film spricht der Musiker außerdem offen über das langsame Auseinanderdriften mit John Lennon (†40) und sagt: "Wir hatten Streit und all das, aber wir haben uns unser ganzes Leben geliebt."

Neben der Musik zeigt "Man on the Run" auch, wie sehr Pauls privates Umfeld sein Leben geprägt hat. Die Doku arbeitet mit vielen Archivaufnahmen, in denen nicht nur die Beatles, sondern auch intime Momente mit Linda und der späteren Wings-Besetzung zu sehen sind. Regisseur Morgan Neville beschreibt gegenüber People, dass es bei der Geschichte im Kern um einen Mann gehe, der herausfinden muss, wer er ohne seine berühmteste Band ist – während die ganze Welt dabei zuschaut. Für Paul selbst spielten dabei Werte wie Familie, Loyalität und Zusammenhalt eine große Rolle. Seine Ehe mit Linda, gemeinsame Studioarbeit und das Leben unterwegs mit Kindern und Band wurden für den Musiker zu einem eigenen kleinen Kosmos, der ihm Sicherheit gab. Aus dieser Zeit stammen viele Erinnerungen, in denen nicht nur Gold- und Platinschallplatten, sondern vor allem gemeinsame Reisen, Alltagsrituale und das Gefühl, miteinander etwas Neues aufzubauen, eine wichtige Rolle spielten.

Paul McCartney auf einer Disney-Premiere im Dezember 2022
Getty Images
Paul McCartney auf einer Disney-Premiere im Dezember 2022
Paul McCartney, Sänger
Getty Images
Paul McCartney, Sänger
Linda McCartney (verstorben) und Paul McCartney bei den 13. Grammy Awards in Los Angeles, März 1971.
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Linda McCartney (verstorben) und Paul McCartney bei den 13. Grammy Awards in Los Angeles, März 1971.
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