Handball-EM-Drama: Portugal wettert gegen Deutschland-Sieg
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Handball-EM-Drama: Portugal wettert gegen Deutschland-Sieg

- Jannike Wacker
Lesezeit: 2 min

Vergangenen Donnerstag beendete die deutsche Handball-Nationalmannschaft ihr erstes Hauptrundenspiel der Europameisterschaft mit einem Sieg. 32:30 lautete der Endstand, doch etwas stimmte nicht. Noch bevor das Spiel überhaupt abgepfiffen war, beschwerten sich die Gegner aus Portugal lautstark bei den Schiedsrichtern. Der Grund: In den letzten Sekunden vor Schluss machte der deutsche Rückraumspieler Renārs Uščins ein letztes Tor und tütete den deutschen Vorsprung mit zwei Toren ein. Der portugiesische Trainer Paulo Pereira stellte die Unparteiischen noch auf dem Feld zur Rede, wurde aber nicht erhört. Im anschließenden Interview mit dem dänischen Sender TV2 wetterte der Coach: "Mindestens ein Spieler befand sich auf der anderen Seite, als er gepfiffen wurde. Das ist ein Fehler. Er muss das Spiel unterbrechen und neu anpfeifen. Das ist ein irreguläres Tor."

Unrecht hat er damit nicht. Die Regeln des europäischen Handballverbandes schreiben vor, dass die Spieler die Mittellinie in die gegnerische Hälfte erst betreten dürfen, wenn der Schiedsrichter den Anwurf pfeift. Da Renārs als Torschütze aber schon vor dem Tor stand, hätte das Tor nicht gelten dürfen. Der Anwurf hätte wiederholt werden müssen, stattdessen ließen die Schiedsrichter die Uhr weiterlaufen. Und was sagen die Deutschen dazu? Torhüter Andreas Wolff (34) meinte nach dem Match zu Sport Bild: "[Sie] meinten, das war unsportlich. Ich weiß nicht, ob das wirklich unsportlich ist... Hatte ein Stück weit aber Angst, dass die Schiedsrichter einfach auf passives Spiel entscheiden, haben sie zum Glück nicht gemacht." Am Endergebnis ändert das allerdings trotzdem wenig, denn die Deutschen hätten ohnehin gewonnen.

Als unsportlich sehen viele aber eher das Verhalten der Portugiesen. Denn eigentlich gehört es sich so, dass die Mannschaften sich aufstellen und den Player of the Match ehren – in diesem Spiel wurde Torwart Andreas ausgezeichnet. In der Aufregung ging die Auszeichnung fast unter. Die Deutschen bleiben aber entspannt und optimistisch. Immerhin wird es bei den kommenden Spielen nicht leichter. Als Nächstes steht das Match gegen Norwegen Samstagabend an. Danach kommen noch EM-Titelverteidiger Frankreich und Weltmeister Dänemark. Vor allem Dänemark könnte schwierig werden. Handball-Experte Dominik Klein (42) erklärte vorab gegenüber Promiflash: "Über Dänemark brauchen wir nicht sprechen – das ist das Nonplusultra, was in der Handballwelt immer wieder für Furore sorgt."

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Renars Uscins beim EM-Spiel Deutschland gegen Portugal, Januar 2026
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Andreas Wolff, Torhüter der deutschen Handball-Nationalmannschaft
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Andreas Wolff, Torhüter der deutschen Handball-Nationalmannschaft
Könnt ihr die Verärgerung der Portugiesen verstehen?
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