Wegen Epstein-Akten: Gefährdet Mette-Marit Haakons Krönung?

Wegen Epstein-Akten: Gefährdet Mette-Marit Haakons Krönung?

- Florentine Naumann
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In Norwegen kocht die Debatte um Kronprinzessin Mette-Marit (52) hoch: Während in Oslo seit Dienstag der Prozess gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby (29) wegen Gewalt- und Vergewaltigungsvorwürfen läuft, geraten parallel ihre früheren Kontakte zu Jeffrey Epstein (†66) ins grelle Rampenlicht. Zwischen 2011 und 2014 sollen laut jetzt veröffentlichten US-Akten fast 400 Nachrichten und E-Mails zwischen der Kronprinzessin und dem verurteilten Sexualstraftäter geflossen sein. Besonders heikel: ein bestätigter Vier-Tage-Aufenthalt 2013 in Epsteins Haus in Palm Beach – organisiert bis hin zu Terminen beim Zahnarzt und Friseur. Mette-Marit erklärte dazu gegenüber VG: "Es ist einfach peinlich", und räumte "schlechtes Urteilsvermögen" ein. Der Druck auf das Königshaus wächst – und damit auch auf Kronprinz Haakon, der samt Ehefrau im Fokus der Öffentlichkeit steht.

Auswertungen norwegischer Medien zeigen, dass die Stimmung kippt: Umfragewerte stürzen, die Instagram-Kommentare beim Königshaus mussten teilweise geschlossen werden, und erste Organisationen prüfen, ob Mette-Marit noch Schirmherrin bleiben kann. Die Zeitung Aftenposten veröffentlichte zudem ein Polizeifoto aus Epsteins Büro von 2019, auf dem gerahmte Bilder zu sehen sein sollen – darunter ein Bild mit Mette-Marit neben einer unbekannten Frau im Bikini, offenbar aus Epsteins Poolhaus. Ein Friseur, der für Epstein arbeitete, sagte norwegischen Medien: "Sie waren offensichtlich Freunde." Gleichzeitig wächst der verfassungspolitische Druck: Der Journalist Stephan Rossedalen von Nettavisen fordert, Haakon müsse nach dem Tod von König Harald V. (88) abdanken, damit Tochter Ingrid Alexandra (22) ohne "Vertrauenskrise" den Thron besteigt. Juristisch wäre es kompliziert, Mette-Marit als künftige Königin zu verhindern: Ihr Status ist an Haakon gebunden. Möglich wären nur ihr freiwilliger Verzicht, eine Scheidung oder eine Änderung der Erbfolge durch das Parlament.

Für zusätzlichen Wirbel sorgten kürzlich veröffentlichte SMS-Nachrichten aus den US-Akten, in denen Mette-Marit im Januar 2013 offenbar ein Treffen mit Jeffrey in Oslo organisierte – und dabei ausdrücklich "die Kinder" erwähnte. In einer dieser Nachrichten schrieb die dreifache Mutter: "Wenn du auf die andere Seite gehst, treffen wir uns auf dem Weg. Ich gehe mit den Kindern spazieren." Kurz darauf fragte sie: "Wo bist du?", worauf Epstein antwortete: "Ich komme." Ob es zum Treffen kam und ob auch Ingrid Alexandra und Sverre Magnus (20) tatsächlich dabei waren, blieb danach offen. Der Hof erklärte gegenüber VG lediglich, dass sich Kronprinz Haakon und Mette-Marit nicht daran erinnern könnten, dass die Kinder bei einem Treffen dabei gewesen seien.

Kronprinz Haakon von Norwegen und Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen, 2023
Imago
Kronprinz Haakon von Norwegen und Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen, 2023
Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Ingrid Alexandra von Norwegen, 2025
Getty Images
Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Ingrid Alexandra von Norwegen, 2025
Jeffrey Epstein
IMAGO / ZUMA Press Wire
Jeffrey Epstein
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