Ein Rückblick auf Ex-Prinz Andrews Interview über Epstein

Ein Rückblick auf Ex-Prinz Andrews Interview über Epstein

- Helena Neukam
Lesezeit: 3 min

Andrew (65) Mountbatten-Windsor stürzte nach einem TV-Auftritt tiefer als je zuvor: In der BBC-Sendung "Newsnight" stellte er sich 2019 den Fragen von Emily Maitlis und verteidigte seine frühere Freundschaft zu Jeffrey Epstein (†66). Jahre später folgten die Konsequenzen: Im Oktober 2025 leitete König Charles III. (77) Schritte ein, Andrew den Titel "Duke of York" zu entziehen und ihn aus der Royal Lodge in Windsor zu versetzen. Im Februar 2026 zog Andrew in eine Unterkunft auf dem Sandringham-Anwesen, während aus den Archiven der US-Justiz neue Epstein-Fotos und E-Mails an die Öffentlichkeit gelangten. Besonders brisant: Nach außen gab Andrew an, seit Dezember 2010 keinen Kontakt mehr zu Epstein gehabt zu haben, doch angebliche Mails aus dem Februar 2011 warfen neue Fragen auf. Andrew bestreitet alle Vorwürfe weiterhin entschieden.

Der Auftritt bei "Newsnight" wurde zum Wendepunkt. Andrew erklärte, er habe Jeffrey 2010 in New York besucht, um die Freundschaft zu beenden, und sagte: "Ich habe seitdem keinen Kontakt mehr gehabt." Als Emily ihn zu Virginia Giuffre (†41) konfrontierte, entgegnete er: "Ich habe keine Erinnerung daran, diese Frau je getroffen zu haben." Für Wirbel sorgte seine Erklärung zu einem angeblichen Detail in Virginias Schilderungen: Er habe "damals nicht geschwitzt". Zudem stellte er die Echtheit eines Fotos infrage, das ihn mit Virginia zeigt – eine Einschätzung, die 2026 zusätzlichen Gegenwind bekam, nachdem eine 2011er-E-Mail aus Jeffreys Bestand auftauchte, in der Jeffrey die Authentizität des Bildes scheinbar bestätigte. Bereits 2022 hatte Andrew den Zivilrechtsstreit mit Virginia mit einer privaten Einigung beendet; strafrechtlich erhob die Metropolitan Police im Dezember 2025 "keine weiteren Maßnahmen". Im Oktober 2025 folgte der formale Bruch: Der Palast erklärte, Andrew werde seine royalen Titel nicht mehr führen. Im Februar 2026 ließen William und Kate durch einen Sprecher wissen, ihre Gedanken gälten den Opfern von Jeffrey.

Hinter den Palastmauern wirkte der Absturz wie ein familiärer Erdrutsch. Andrew, einst als verlässlicher Repräsentant der Krone unterwegs, verlor Uniformen, Ehrenämter und sein langjähriges Zuhause – ein Haus, an dem er seit 2003 hing. Für den Royal bedeutete der Umzug nicht nur einen Ortswechsel, sondern auch einen drastischen Rückzug aus dem vertrauten Alltag. Während Charles in öffentlichen Erklärungen auf klare Kante setzte, war aus dem Umfeld von William zu hören, dass die Anteilnahme den Betroffenen des Skandals gelte. Parallel beschäftigten sich britische Stellen weiterhin mit verschiedenen Vorwürfen rund um Jeffreys Netzwerk. In diesem Klima der Offenlegungen und Nachermittlungen steht Andrew privat unter Dauerdruck, hält sich meist im Hintergrund und überlässt die Bühne anderen – und doch hallen seine Sätze aus dem "Newsnight"-Studio bis heute nach.

Andrew Mountbatten-Windsor, 2025
Getty Images
Andrew Mountbatten-Windsor, 2025
Aufnahme aus den Epstein-Akten, veröffentlicht im Januar 2026, die Andrew Mountbatten-Windsor mit einer unbekannten Frau zeigen soll
Imago
Aufnahme aus den Epstein-Akten, veröffentlicht im Januar 2026, die Andrew Mountbatten-Windsor mit einer unbekannten Frau zeigen soll
Prinz Andrew, Virginia Roberts Giuffre und Ghislaine Maxwell, "Jeffrey Epstein: Stinkreich"
© "Jeffrey Epstein: Stinkreich" / 2020 Netflix
Prinz Andrew, Virginia Roberts Giuffre und Ghislaine Maxwell, "Jeffrey Epstein: Stinkreich"
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