Wasserman verkauft Agentur wegen der Epstein-Verbindungen
Casey Wasserman zieht die Reißleine: Der Chef des Olympia-Komitees für Los Angeles 2028 verkauft seine namhafte Talent- und Marketingagentur – ausgelöst durch anhaltende Kritik an früheren Kontakten zu Jeffrey Epstein (†66) und Ghislaine Maxwell (64). In einer Mail an die Belegschaft, die am späten Freitagabend verschickt wurde, entschuldigte sich Casey ausdrücklich für "persönliche Fehler" und sprach von einer "Ablenkung", die er nicht länger darstellen wolle. Während der Verkaufsprozess bereits angelaufen ist, übernimmt Mike Watts vorerst das Tagesgeschäft. Casey will sich komplett auf die Sommerspiele 2028 in Los Angeles konzentrieren, die er "der Stadt würdig" liefern möchte. Der Zeitpunkt: nach zwei turbulenten Wochen, in denen die Wogen in Hollywood und der lokalen Politik hochschlugen.
Hintergrund der Eskalation sind die neu befeuerten Debatten nach Veröffentlichung umfangreicher Justizunterlagen zu Jeffrey, in denen auch frühere E-Mail-Kontakte und eine Afrika-Reise eine Rolle spielen sollen. Casey betonte intern, seine Berührungspunkte mit Jeffrey und Ghislaine seien "sehr begrenzt" gewesen und hätten lange vor der öffentlichen Aufdeckung ihrer Verbrechen stattgefunden. Gleichwohl setzten prominente Kundinnen und Kunden Zeichen: Pop-Shootingstar Chappell Roan (27) und Fußballlegende Abby Wambach trennten sich von der Agentur unter Verweis auf "moralische Werte". In Branchenkreisen wird über Abwanderungen von Mitarbeitenden gemunkelt, während Teile des von Providence Equity unterstützten Firmenverbunds als begehrte Filetstücke gelten. Der Verwaltungsrat des LA28-Projekts hatte Casey jüngst den Rücken gestärkt, doch der öffentliche Druck riss nicht ab – nun folgt der drastische Schritt.
Privat verwies Casey in seinem Schreiben auf seine Kinder und seine Verlobte als das, was ihn neben Firma und Olympia am meisten bewege. Wer ihn kennt, beschreibt einen Getriebenen, der seit mehr als einem Jahrzehnt den Traum von Spielen in seiner Heimatstadt vorantreibt und in Mails an Mitarbeiter oft den Teamgeist betont. Die Nähe zur Sport- und Entertainmentwelt liegt in der Familie: Casey ist der Enkel des legendären Studio-Strategen Lew Wasserman, was den Blick auf sein Netzwerk seit jeher schärft. In der Pop- und DJ-Szene wiederum machten in den vergangenen Tagen einige Acts klar, dass berufliche Repräsentanz und persönliche Werte für sie Hand in Hand gehen müssen. Diese Gemengelage aus Loyalitäten, Prinzipien und öffentlicher Wahrnehmung erklärt, weshalb nun nicht nur ein Geschäftsmodell wankt, sondern auch Beziehungen, die weit über Verträge hinausgehen.











