Epstein-Skandal: Skurrile Mails von Ghislaine enthüllt

Epstein-Skandal: Skurrile Mails von Ghislaine enthüllt

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 2 min

Aus den im vergangenen Jahr veröffentlichten Akten rund um Jeffrey Epstein (†66) ist jetzt ein besonders pikanter E-Mail-Austausch aufgetaucht, der eine neue Seite von Ghislaine Maxwell (64) zeigt. In einer Mail aus dem Jahr 2002 wandte sich die Unternehmerin an einen Mann namens Philip Levine und beschwerte sich darüber, dass er ihr Fotos von jemandem mit dem Spitznamen "Baron" geschickt hatte, der sie mit einer anderen Frau "betrüge". "Ich bin am Boden zerstört. Sag mir, dass er nicht auch auf sie gepinkelt hat. Solange er das nicht getan hat, weiß ich, dass er sich nicht bedroht fühlt und ich noch immer den ersten Platz innehabe", schrieb Ghislaine in der Mail, die TMZ vorliegt. Ob sie die Zeilen ernst meinte oder scherzhaft formulierte, bleibt unklar.

Philip antwortete darauf, dass Baron zwar die ganze Nacht über seine Blase unter Kontrolle gehalten habe, aber kürzlich auf eine Frau namens Caro gesprungen sei und auf seinem Bett "ernsthaft versucht habe, sie zu vögeln". Er ergänzte, Baron habe sich auf "große Rammeleien" eingelassen, weil Caro seine Größe habe. Ghislaine reagierte darauf mit den Worten: "Hör auf damit. Mein eifersüchtiges Quodlibet ist bereits voll." Das ungewöhnliche Wort "Quodlibet" ergänzte sie mit dem Hinweis, Philip solle es im Wörterbuch nachschlagen, falls er es noch nie benutzt habe. Doch selbst wenn man das Wort nachschlägt, ergibt ihr Satz kaum Sinn. Der lateinische Ausdruck lässt sich am besten mit "wie es beliebt" oder "was gefällt" übersetzen. Vermutlich wollte Ghislaine damit ihrer Eifersucht auf die "erotischen Spiele" Nachdruck verleihen.

Der ungewöhnliche Einblick in Ghislaine Maxwells Gefühlswelt fügt dem seit Jahren diskutierten Umfeld von Jeffrey Epstein eine persönliche Note hinzu. Ghislaine und Jeffrey bewegten sich lange in internationalen Gesellschaftskreisen und traten bei exklusiven Events häufig gemeinsam auf. Die nun öffentlich einsehbaren E-Mail-Stränge zeigen, wie privat, flapsig und bisweilen derb in diesem Netzwerk kommuniziert wurde. Während die Zeilen von Ghislaine für Stirnrunzeln sorgen, geraten parallel weitere frühere Kontakte aus Epsteins Umfeld unter Druck. Einige mussten sich zuletzt öffentlich erklären oder Konsequenzen ziehen, nachdem der Schriftwechsel publik wurde. Der ehemalige Prinz Andrew (66) wurde Medienberichten zufolge zwischenzeitlich sogar festgenommen, weil er angeblich vertrauliche britische Handelsinformationen an Epstein weitergegeben haben soll. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß. Der Blick in die Akten offenbart damit nicht nur ein skurriles Vokabular und intime Anspielungen, sondern auch, wie weit das Geflecht persönlicher Beziehungen reichte.

Ghislaine Maxwell, US-amerikanische Unternehmerin
Getty Images
Ghislaine Maxwell, US-amerikanische Unternehmerin
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
ZUMA Press Wire / Zuma Press
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell 2003 in New York City
Getty Images
Ghislaine Maxwell 2003 in New York City