Andrews Festnahme: Charles folgte normalem Tagesablauf
Es ist ein Donnerstag, der in die Geschichte der britischen Monarchie eingehen dürfte. Noch am frühen Morgen rücken Beamte in Zivil mit insgesamt sechs Fahrzeugen beim Wohnsitz von Andrew Mountbatten Windsor (66) in Norfolk an – durchsuchen das Anwesen und nehmen ihn fest. Der Vorwurf: Amtsmissbrauch. Konkret geht es um den Verdacht, dass Andrew während seiner Zeit als britischer Handelsbeauftragter zwischen 2001 und 2011 sensible Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) weitergegeben haben soll. Während sich die Nachricht wie ein Lauffeuer durch die Weltpresse verbreitet, empfing Charles (77) im St. James's Palace in London drei hochrangige Diplomaten: die Botschafterin des Königreichs Spanien, den Botschafter der Republik El Salvador sowie den Hochkommissar der Republik Kenia. Anschließend saß er nur wenige Stunden später in der Front Row einer Modenschau und eröffnete die Fashion Week.
Bevor der König sich in die Glitzerwelt der Fashion Week begab, meldete er sich mit einem offiziellen Statement zu Wort – und wählte seine Worte mit chirurgischer Präzision. In der schriftlichen Erklärung heißt es: "Mit größter Besorgnis habe ich die Nachrichten über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch zur Kenntnis genommen. (...) Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen. (...) In der Zwischenzeit werden meine Familie und ich unsere Pflicht und unseren Dienst für Sie alle weiterhin erfüllen." Klare Worte – und zugleich eine unmissverständliche Distanzierung. Auch Königin Camilla (78) absolvierte ihren Terminkalender ohne Abweichung: Sie besuchte laut der Daily Mail am selben Tag ein Mittagskonzert in Westminster. Als ein Reporter sie bei ihrer Abfahrt lautstark fragte, ob sie über Andrews Festnahme besorgt sei, lächelte sie charmant, sagte aber kein einziges Wort.
Auch Charles war bei der Runway-Show von Tolu Coker erstaunlich gut gelaunt, als wäre es ein ganz gewöhnlicher Donnerstag. An seiner Seite saß Laura Weir, Chefin des British Fashion Council. Zuvor besichtigte der Monarch mehrere Ausstellungen, darunter eine von Stella McCartney (54) sowie eine der King's Foundation. Dass Charles ausgerechnet bei Cokers Show erschien, war kein Zufall: Die britisch-nigerianische Designerin ist selbst eine ehemalige Begünstigte des King's Trust – ehemals bekannt als Prince's Trust. Ob beabsichtigt oder nicht – kaum Stunden nach der Verhaftungs-Schlagzeile dreht Charles das Medien-Narrativ mit einem einzigen öffentlichen Auftritt geschickt um. Die Botschaft an die Welt ist klar: Der König ist da. Die Krone wackelt nicht.








