Emerald Fennell erklärt ihre "Wuthering Heights"-Anpassungen

Emerald Fennell erklärt ihre "Wuthering Heights"-Anpassungen

- Helena Neukam
Lesezeit: 3 min

Emerald Fennell (40) hat sich nun ausführlich zu den hitzigen Diskussionen rund um ihre neue Verfilmung von "Wuthering Heights" geäußert. Die Regisseurin und Drehbuchautorin, die den Roman von Emily Brontë aktuell mit eigener Handschrift auf die Kinoleinwand bringt, nimmt in einem Gespräch mit Entertainment Weekly Stellung zu den massiven Unterschieden zwischen Buch und Film. Viele Fans hatten die teils radikalen Änderungen kritisiert, doch Emerald stellt klar, dass sie bewusst keine werkgetreue Nacherzählung drehen wollte, sondern eine sehr persönliche Version der Geschichte von Cathy und Heathcliff. Statt jede Figur und jeden Handlungsstrang zu übernehmen, habe sie sich für eine fokussierte, filmische Umsetzung entschieden, die nur einen Teil des Romans abdeckt.

Im Interview erklärt Emerald, dass ihre eigenen Erinnerungen an "Wuthering Heights" sogar teilweise trügerisch gewesen seien. "Es war lustig, ich glaube, die Dinge, an die ich mich erinnerte, waren gleichzeitig real und nicht real", schildert sie gegenüber Entertainment Weekly. Sie habe beim Schreiben gemerkt, dass sich in ihrem Kopf schon längst eine eigene Version der Geschichte geformt hatte – inklusive Figuren, die sie "vergessen oder zusammengelegt" habe. Schnell sei klar gewesen, dass sie "etwas machen wollte, das meine Reaktion und Interpretation auf dieses Buch und das Gefühl davon ist" und eben nicht eine strenge Adaption aller Charaktere und Zeitebenen. Da die meisten Illustrationen, Verfilmungen und sogar Kate Bushs (67) berühmter Song sich stark auf Cathy und Heathcliff konzentrieren, habe sie sich ebenfalls auf diese Dynamik und damit auf die erste Hälfte des Buches gestützt. Um daraus einen straffen Kinofilm zu machen, seien schmerzhafte Entscheidungen nötig gewesen: Nebenfiguren und spätere Entwicklungen mussten gekürzt oder ganz gestrichen werden. "Wenn ich eine Miniserie machen würde, über zehn Stunden, könnte ich alles hineinpacken und es wäre wunderschön", schwärmt sie, betont aber, dass ein Film diese Freiheit schlicht nicht bietet.

Wer Emeralds Version bereits im Kino gesehen hat, weiß, wie weit sie inhaltlich und atmosphärisch von der Vorlage weggeht. Anstelle des klassischen Gothic-Realismus setzt die Filmemacherin auf eine wilde, moderne Romantasy-Ästhetik – mit Jacob Elordi (28) als Heathcliff, Margot Robbie (35) als Catherine und einem stark verdichteten Fokus auf der obsessiven Liebesgeschichte. Surreale Sets, explizite Leidenschaft und eine bewusst zugespitzte Dynamik zwischen den Hauptfiguren spiegeln ihre Aussage wider, dass es ihr vor allem um das "Gefühl" von "Wuthering Heights" geht. Emerald, die sich bereits mit "Promising Young Woman" einen Namen als Regisseurin mit kompromissloser Handschrift gemacht hat, zeigt damit erneut, wie sehr sie sich für eigenständige Visionen begeistert. Für viele Zuschauer steht bei diesem Film daher weniger die Frage im Vordergrund, wie genau er den Roman abbildet, sondern welche neue Perspektive Emerald auf das berühmte, zerstörerische Liebesdrama wirft.

Emerald Fennell bei der Loewe Menswear Spring/Summer 2025 Show während der Paris Fashion Week, Juni 2024
Getty Images
Emerald Fennell bei der Loewe Menswear Spring/Summer 2025 Show während der Paris Fashion Week, Juni 2024
Poster zu "Wuthering Heights" mit Margot Robbie und Jacob Elordi
Imago
Poster zu "Wuthering Heights" mit Margot Robbie und Jacob Elordi
Der Cast von "Saltburn" bei der Premiere in Los Angeles
Getty Images
Der Cast von "Saltburn" bei der Premiere in Los Angeles
Bei "Wuthering Heights": Seid ihr Team werkgetreu oder Team Emeralds freie Vision?