So kämpfte sich Britta Steffen aus Post-Olympia-Depression
Laut einer Studie der dänischen Syddansk Universitet aus dem Jahr 2023 litten fast 30 Prozent der befragten Athletinnen und Athleten nach den Olympischen Spielen in Tokio an depressiven Verstimmungen. Auch Britta Steffen (42) hat nun im Gespräch mit RTL offen über ihre zwiespältige Gefühlswelt nach ihren größten sportlichen Erfolgen gesprochen. Die Schwimmerin wurde 2008 in Peking zweifache Olympiasiegerin und erinnerte sich an die Zeit unmittelbar danach: "Ich war voller Glück und Stolz. Nach dem ersten Sieg musste ich mich gleich auf die nächste Strecke konzentrieren und konnte auch dort gewinnen." Doch nach den Goldmedaillen folgte die Erschöpfung. "Anschließend war ich wahnsinnig müde und kaputt. Ich hatte unglaublich viele mediale Anfragen, die ich alle absagte, weil ich spürte, jetzt muss Ruhe kommen, sonst falle ich um", erzählte die Ex-Freundin des ehemaligen Schwimmers Paul Biedermann (39).
Das Thema Post-Olympia-Depression wird aktuell in einer ARD-Doku mit Moderatorin Esther Sedlaczek (40) aufgegriffen, in der mehrere Olympioniken offen über ihre psychische Belastung nach den Spielen sprechen. Dressur-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl (40) berichtet dort von einem Gefühl der Leere: "Emotional war es so, dass ich nichts mehr gefühlt habe. Ich habe noch nie in meinem Leben so eine Leere gespürt", resümierte sie. "Am Peak meines Sportlerlebens angekommen, sitze ich da und habe das Gefühl gehabt: Ich bin eigentlich gar nichts wert." Laut der Doku fällt jeder vierte Athlet nach Olympia in ein psychisches Loch. Britta konnte diesem Schicksal entgehen, indem sie sich schnell neue Ziele setzte und sich auf ihr Studium konzentrierte, wie sie RTL verriet. Zudem holte sie sich psychologische Hilfe: "Ich war und bin super dankbar, dass ich Frau Dr. Janofske (Psychologin/Verhaltenstherapeutin) an meiner Seite wusste, sodass ich fast vermute, dass mich die Arbeit mit ihr vor einem tiefen Fall/Loch bewahrt hat."
Nach ihrer sportlichen Karriere absolvierte Britta, die im April 2024 zum zweiten Mal Mama wurde, einen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen sowie einen Master in Human Resources Management. Heute gilt sie als Expertin für mentale Stärke und arbeitet am Olympiastützpunkt Berlin im Bereich der Laufbahnberatung, wo sie sich mit dem Thema mentale Gesundheit beschäftigt. "Aus meiner Sicht hat sich viel zum Guten entwickelt, viele Athletinnen und Athleten betrachten die Sportpsychologie positiv und nutzen gern die Möglichkeiten", erklärte die Sportlerin, die ihr Trainer Norbert Warnatzsch wegen ihrer doppelt erschwommenen internationalen Titel und Rekorde laut rbb stets als "vollendete Schwimmerin" beschrieb. "Ich freue mich sehr darüber, denn klar, der Körper bringt die Leistung, aber der Kopf muss blitzklar dabei sein." Zudem hält sie regelmäßig Vorträge zu den Themen mentale Stärke und Nachhaltigkeit.









