Vor 380 Jahren: Andrews Vorfahre war ebenfalls im Gefängnis
Sollte Andrew Mountbatten Windsor (66) nach seiner Verhaftung hinter Gittern wandern, wäre er der erste Royal seit 380 Jahren, der im Gefängnis sitzt. 1646 wurde König Charles I. während des Krieges verhaftet. Die Anschuldigung lautete Hochverrat und die Bestrafung war zu der Zeit klar: Hinrichtung auf dem Schafott. Hintergrund war die absolutistische Herrschaft des Monarchen – er regierte England ohne Parlament, was letztlich einen Bürgerkrieg zur Folge hatte. Den Vorwurf des Hochverrats sah Charles I. nie ein, er erkannte lediglich die Legitimität des Gerichts an. Am 30. Januar 1649 wurde er schließlich öffentlich durch Enthauptung hingerichtet. Wie das Magazin oe24 schreibt, berichten historische Schriften, dass Charles auf dem Weg vor den Henker gefasst wirkte – er ruhte in sich und betete, bevor der Henker das Signal bekam. Diese Hinrichtung führte in England zur Abschaffung der Monarchie und rief das Commonwealth of England als Republik aus.
Ein derartiges Schicksal wird Andrew nicht erwarten, denn immerhin sind mittelalterliche Methoden seit Langem abgeschafft. Dennoch sieht es für den Ex-Prinzen gar nicht gut aus. Ihm droht im schlimmsten Fall eine lebenslange Haftstrafe. Die Behörden werfen ihm derzeit vor allem die Weitergabe sensibler Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) vor. Bereits seit Monaten wird gegen den 66-Jährigen ermittelt. Am Donnerstag gipfelte die Ermittlung in seiner Festnahme an seinem Geburtstag. "Wir haben einen 66-jährigen Mann aus Norfolk festgenommen. Ermittlungen wurden eingeleitet, es besteht der Verdacht auf Amtsmissbrauch", bestätigte die Polizei der BBC. Nach nur wenigen Stunden in Gewahrsam durfte Andrew aber wieder auf freien Fuß – vorerst.
Auch wenn die britische Königsfamilie sich zuletzt deutlich von Andrew und seiner Verbindung zu Epstein distanzierte, wirft die Verhaftung erneut ein düsteres Licht auf den Palast. Kurz nachdem in der Grafschaft Norfolk die Handschellen geklickt hatten, meldete sich Andrews älterer Bruder König Charles III. (77) in einer persönlichen Stellungnahme zu Wort. Darin betonte der amtierende Monarch, er werde die Ermittlungen "uneingeschränkt" unterstützen. "Lassen Sie mich klar sagen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen", stellte er weiter klar. Konkrete Details werde es von seiner Seite nicht geben und die Royals haben auch nicht vor, ihre Arbeit zu pausieren: "In der Zwischenzeit werden meine Familie und ich weiterhin unsere Pflicht erfüllen und Ihnen allen dienen."






