Parlament genehmigt Freigabe von Ex-Prinz Andrews Dokumenten
In London hat das britische Unterhaus die Freigabe von Akten zur Ernennung von Andrew Mountbatten Windsor (66) zum Handelsbeauftragten beschlossen. Wie unter anderem Die Zeit berichtet, fiel die Entscheidung per mündlicher Abstimmung – ein deutliches Signal für mehr Einblick in Andrews frühere Amtsgeschäfte. Brisant ist der Zeitpunkt: Der frühere Prinz war am vergangenen Donnerstag, ausgerechnet an seinem Geburtstag, wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch verhaftet worden. Die Regierung machte zugleich klar, sich nicht in laufende Ermittlungen einzumischen. Für Rückenwind sorgte im Parlament der Ruf nach Transparenz. Ed Davey, der Chef der Liberaldemokraten, sagte im Unterhaus: "In vielerlei Hinsicht ist dies der erste wirklich globale Skandal, der vom Weißen Haus und Silicon Valley bis nach Oslo und Paris reicht, aber es ist auch ein zutiefst britischer Skandal, der bis in die höchsten Kreise des britischen Establishments reicht."
Wann die Freigabe der Unterlagen konkret erfolgt, blieb zunächst offen. Der Vorstoß folgt auf eine neue Welle von Veröffentlichungen in den USA: Das Justizministerium hatte dort bereits Millionen Seiten an Dokumenten über den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) herausgegeben. Der Unternehmer hatte über Jahre ein internationales Netzwerk reicher und einflussreicher Bekannter aufgebaut, um unter anderem junge Frauen sexuell auszubeuten. Zu diesem Umfeld soll auch Andrew gezählt haben. Im Fokus stehen nun seine Kontakte während der Zeit als britischer Handelsgesandter zwischen 2001 und 2011 sowie mögliche Amtsdelikte. Der Druck auf den Bruder von König Charles (77) ist ohnehin groß: Nach zahlreichen Enthüllungen verlor Andrew bereits offizielle Titel. Zudem musste er die Royal Lodge mit ihren 31 Zimmern auf dem Gelände von Schloss Windsor verlassen, deren Wert auf rund 34 Millionen Euro geschätzt wird.
Privat halten sich Andrew und sein Umfeld aktuell bedeckt. Zuletzt machte der 66-Jährige jedoch mit einer eher alltäglichen Sorge von sich reden: Nach seiner elf Stunden andauernden Festnahme auf einer Polizeistation in Norfolk wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt – von Reue zeigte er jedoch wenig. Wie die Daily Mail berichtete, soll er sich stattdessen vor allem darüber geärgert haben, wo er nach dem Umzug von der Royal Lodge künftig seine Pferde und Autos unterbringen könne. "Angesichts der Tatsache, dass der König alle seine Rechnungen bezahlt, könnte man eine gewisse Dankbarkeit erwarten. Aber er war sehr unhöflich. Er lebt in einer anderen Welt", sagte eine Quelle aus seinem Umfeld. Angehörige der Epstein-Opfer werteten die Entwicklung hingegen als klares Zeichen, dass auch ein Royal nicht über dem Gesetz steht.









