Im Schatten von Mick: Jade Jagger über das Nepo-Baby-Dasein
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Im Schatten von Mick: Jade Jagger über das Nepo-Baby-Dasein

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min

Sie ist die Tochter einer lebenden Legende – und genau das hat Jade Jagger (54) jahrelang einen hohen Preis gekostet. Als Kind und Heranwachsende wuchs sie stets im gigantischen Schatten ihres Vaters Mick Jagger (82) auf, dem charismatischen Frontmann der Rolling Stones. Ein Mann, dessen Gesicht auf Millionen von Postern hängt, dessen Stimme ganze Generationen prägte und dessen Name in der Musikwelt schlicht unvergänglich ist. Für seine Tochter bedeutete dieser Name jedoch nicht nur Glamour und offene Türen – sondern vor allem eines: ständigen Druck. Im Interview mit dem Hello! Magazine ließ Jade nun die Hüllen fallen und sprach so direkt wie selten zuvor über das, was es wirklich heißt, eine Jagger zu sein.

"Den Nachnamen Jagger zu tragen, war phasenweise eine echte Herausforderung", gestand sie dem Magazin unumwunden. "Manchmal fühlt es sich wie eine ziemlich schwere Last an, weil er mit so vielen Erwartungen und ständigen Vergleichen verbunden ist." Doch die Zeiten hätten sich geändert: Während der Name Jagger für ältere Generationen unweigerlich mit Rock-Geschichte, Exzess und Rolling-Stones-Mythos verbunden sei, verbinden jüngere Menschen damit heute vor allem einen ohrwurmverdächtigen Song. "Für sie geht es eher um Dinge wie den Song 'Moves Like Jagger'. Das hat den Druck tatsächlich ziemlich gelindert im Vergleich dazu, wie es sich früher anfühlte", erklärte Jade mit einem Augenzwinkern. Mittlerweile hat sie sich längst ihre eigene Karriere aufgebaut. Sie betont, dass jeder Mensch mit einem solchen Erbe anders umgehen müsse. Ihr persönlicher Schlüssel? Sich selbst anzunehmen. Wer sich mit den eigenen Stärken und Grenzen ehrlich auseinandersetze, dem könne auch der mächtigste Nachname der Rock-Geschichte nichts anhaben.

Jade hat in den vergangenen Jahren vor allem eines bewiesen: kreative Beharrlichkeit. Begonnen hatte alles mit der Malerei. "Ich habe als Malerin angefangen und vor allem mit Blattgold gearbeitet. Über meine Materiallieferanten bin ich dann zum ersten Mal auf Golddraht gestoßen und habe begonnen, damit zu experimentieren", erzählte sie. Aus dieser Zufallsbegegnung mit einem neuen Werkstoff entstand eine ganz neue Leidenschaft: Schmuckdesign. Was wie ein Seitensprung begann, entwickelte sich zu einem vollwertigen zweiten Standbein. Besonders fasziniert zeigt sich Jade von alten Techniken – Renaissance-Methoden, die sie mit modernem Gespür verbindet. Ob Lapislazuli, Goldblatt oder filigrane Perlenstickerei: In ihrer Arbeit spiegelt sich ein tiefer Respekt vor dem Handwerk wider. Und vielleicht ist genau das ihre Antwort auf die Frage, was Erfolg für sie bedeutet – nicht der Vergleich mit anderen, sondern das aufrichtige Erreichen selbst gesetzter Ziele.

Jade Jagger, Schmuckdesignerin
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Jade Jagger, Schmuckdesignerin
Mick Jagger und Jade Jagger
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Mick Jagger und Jade Jagger
Jade Jagger, Schmuckdesignerin
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Jade Jagger, Schmuckdesignerin
Jade Jagger über den Druck des berühmten Nachnamens: Gebt ihr ihr Recht?