

Nach Karriere-Ende: Franzi Preuß rechnet mit Kritikern ab
Franziska Preuß (31) hat am Samstag in Antholz ihre Biathlon-Karriere beendet – und nach dem ganzen Medientrubel deutlich mit ihren Kritikern abgerechnet. Die Sportlerin, die über 13 Jahre zum deutschen Weltcup-Team gehörte und in der Saison 2024/25 den Gesamtweltcup gewann, musste sich bei Olympia mit einem unerfüllten Traum abfinden: Eine Einzelmedaille blieb ihr verwehrt. Nur in der Mixed-Staffel gewann sie Bronze, trotz einer Strafrunde. Ihre wiederholten Probleme beim letzten Schießen, bei denen sie Edelmetall im entscheidenden Moment "wegwarf", hatten sie zur Zielscheibe im Netz gemacht. Im Eurosport-Interview findet die gebürtige Bayerin nun klare Worte zum Online-Hass, der ihr entgegenschlug.
"Dieser Psychoterror, den man da durchmacht, und die Tatsache, dass dann jeder sagt: 'Schau ja nicht in Social Media, was über Dich geschrieben wird' – da denkt man sich: Ich bin doch eigentlich kein schlechter Mensch und hab' nichts Kriminelles gemacht", überlegte Franziska merklich empört. Der Druck und die Kritik hätten sie so sehr belastet, dass sie sich bewusst entschied, niemandem mehr etwas beweisen zu wollen. "Da habe ich wirklich gedacht, es ist mir jetzt gar keine Medaille mehr wert. Deswegen passt's jetzt genauso, wie es ist", resümierte die Athletin. Ihren letzten Massenstart beendete sie auf Platz 28 – doch das spielte an diesem Tag keine Rolle mehr. "Es war wirklich nochmal ein schöner Tag, der perfekte Abschluss", sagte sie. Dass sie Seite an Seite mit der Italienerin Dorothea Wierer (35) ins Ziel einlief, wird wohl eine Rolle gespielt haben.
Bei den anstehenden Weltcup-Stationen in Kontiolahti, Otepää und Oslo wird Franziska nicht mehr starten. Auf eine beeindruckende Karriere kann die sympathische und vor allem erfolgreiche Athletin dennoch zurückblicken: zwei WM-Goldmedaillen, sechs Silber- und drei Bronzemedaillen schmücken ihre Bilanz. Deutschlands Sportlerin des Jahres 2025 hat nun ein neues Kapitel vor sich und freut sich auf ihr Leben nach dem Biathlon. "Ich bin wirklich glücklich, dass das Kapitel jetzt rum ist, dass es geschafft ist. Jetzt freue ich mich auf alles, was kommt", verriet sie. Ihrem Team will sie aber noch einmal die Treue halten: "Ich werde nochmal nach Oslo kommen und die Mädels da nochmal anfeuern und spätestens da gibt es dann einen gemeinsamen Drink", versprach die 31-Jährige.







