CDU-Video: Rezo fühlte sich damals wie "Staatsfeind Nr. 1"

CDU-Video: Rezo fühlte sich damals wie "Staatsfeind Nr. 1"

- Jannike Wacker
Lesezeit: 2 min

2019 nahm Rezo (33) in seinem Video "Die Zerstörung der CDU" die politische Partei kritisch auseinander. Das Video ging viral und rührte nicht nur die Community des YouTubers, sondern die gesamte Öffentlichkeit, inklusive Politik, auf. In der zweiten Staffel der Doku-Reihe "YouTube Deutschland" erinnert sich Rezo jetzt an diese verrückte Phase zurück und erzählt auch, was der öffentliche Diskurs über seine Person damals mit ihm gemacht hat. "In den Monaten wurden über mich tausende Artikel geschrieben. [...] Ich habe fast keine Interviews und fast keine Auftritte gemacht", erklärt der Creator. Er habe zahlreiche Interviewanfragen und Showeinladungen abgelehnt, weil es sonst zu sehr um ihn selbst gegangen wäre als um das eigentliche Thema.

Mit dem Video brachte Rezo aber sicherlich auch einige Menschen gegen sich auf. Die Auswirkungen der Diskussion, die er lostrat, bekam er schnell zu spüren. "Da waren so Sachen, dass man gemerkt hat, ich bin zum Feind geworden von teilweise mächtigen Institutionen. Mir sind wirklich wochenlang Privatdetektive hinterhergelaufen. Ich bin nach Hause gelaufen, habe die Vorhänge zugezogen, wie so Staatsfeind Nr. 1. Ich habe gedacht: Was habe ich getan? Was ist hier passiert?", erinnert er sich. Dabei habe er sich am Anfang gar nicht so viel gedacht, als er das Video aufnahm. Heute ist Rezo klar: "Wenn man sich politisch äußert, egal in welcher Form, das ist schon Druck. Leute suchen ganz anders nach Fehlern, wie sie dich runterziehen können."

Ganz plötzlich standen ungebetene Gäste vor Rezos Tür, die beispielsweise rechtsradikal gesinnt waren. "Ich erinnere mich an einen Moment, da klingelt es an der Tür und die Polizei steht vor meiner Wohnungstür und sagt: 'Können wir reinkommen?' Und ich so: 'Okay, worum geht es?' Die so: 'Die Gefahrenlage ist etwas groß. Wir müssen mit Ihnen sprechen.' So was sind weirde Augenblicke", erzählt der 33-Jährige. Er habe sogar die Telefonnummer vom Staatsschutz gehabt. Die Gefahr der Situation habe er ganz deutlich gespürt. All das hat Rezo aber nicht davon abgehalten, weiterzumachen. Auch heute äußert er sich noch politisch und fasst die Parteien dabei nicht mit Samthandschuhen an.

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