Epstein wollte Fergies Töchter wohl geschäftlich einbinden

Epstein wollte Fergies Töchter wohl geschäftlich einbinden

- Janine Karrasch
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Der Zusammenbruch ihres amerikanischen Lifestyle-Unternehmens Hartmoor LLC im Jahr 2009 hinterließ Sarah Ferguson (66), die Ex-Herzogin von York, in einer prekären Lage. Das Unternehmen scheiterte nach nur zwei Jahren. Hinzu kam das Ende eines lukrativen Weight-Watchers-Vertrags, der ihr jahrelang finanzielle Stabilität gesichert hatte. In dieser aussichtslosen Situation wandte sich Sarah offenbar an Jeffrey Epstein (†66). Laut neu veröffentlichten E-Mails des US-Justizministeriums schrieb sie dem verurteilten Finanzier im Januar 2010: "Gibt es eine Möglichkeit, dass ich mir 50.000 oder 100.000 US-Dollar (43.000 oder 86.000 Euro) leihen könnte, um die kleinen Rechnungen zu bezahlen, die mich überfordern? Ich musste einfach fragen." Epstein lehnte ab und verwies auf laufende Beschränkungen seiner Aktivitäten infolge seiner Verurteilung.

Statt Sarah direkt mit Geld zu unterstützen, schlug Epstein eine ungewöhnliche Geschäftskonstruktion vor. Er stellte ihr den amerikanischen Nahrungsergänzungsmittelhändler Keith Frankel vor, mit dem gemeinsam ein Unternehmen aufgebaut werden sollte, das unter Sarahs Namen Gesundheitsprodukte – unter anderem Fischölkapseln – über den US-Shopping-Sender QVC vermarkten sollte. In einer E-Mail, offenbar kurz nach einem Treffen mit Frankel, schrieb Epstein an Sarah: "Keith ist gerade gegangen. Wir sollten reden. Er war besorgt, dass du das Recht hast, deinen Namen zu verwenden. Er war besorgt, dass jemand gesagt hat, du wolltest keine Anteile." Er schlug vor, dass Sarahs Töchter Anteile übernehmen, ohne dass die Prinzessinnen nach aktuellem Kenntnisstand von diesen Plänen wussten. Beatrice (37) war damals 21 Jahre alt, Eugenie (35) erst 19. Ein Sprecher Fergusons bestätigte gegenüber der britischen Zeitung The i Paper, dass die Gespräche zwar stattfanden, Anteile an die Prinzessinnen jedoch nie übertragen wurden. Das Erwähntwerden in den Epstein-Akten gilt ausdrücklich nicht als Hinweis auf ein Fehlverhalten der Betroffenen.

Die Mails fügen sich in eine Reihe bereits bekannter, teils sehr persönlicher Nachrichten, die Sarah und Epstein Anfang der 2010er-Jahre austauschten. In einer nun erneut zitierten Mail nennt die zweifache Mutter den umstrittenen Financier eine "Legende" und bedankt sich überschwänglich für seine Großzügigkeit, sogar mit der scherzhaften Zeile "Heirate mich". In anderen Schreiben bietet sie ihm private Führungen durch den Buckingham-Palast an. Für Beatrice und Eugenie sollen die Enthüllungen zuletzt besonders belastend gewesen sein; sie distanzieren sich von der Verbindung ihrer Mutter zu Epstein. Auch in der weiteren Familie stehen Sarahs frühere Kontakte zu dem mittlerweile verstorbenen Straftäter unter genauer Beobachtung, zumal rund um ihren Ex-Mann Andrew bereits seit Jahren brisante Fotos und Gerichtsunterlagen kursieren, die das Thema im royalen Umfeld immer wieder hochkochen lassen.

Sarah Ferguson und ihre Töchter Prinzessin Eugenie und Beatrice in NYC im September 2015
Getty Images
Sarah Ferguson und ihre Töchter Prinzessin Eugenie und Beatrice in NYC im September 2015
Jeffrey Epstein auf einem von der US-Justiz veröffentlichten Foto
ActionPress
Jeffrey Epstein auf einem von der US-Justiz veröffentlichten Foto
Andrew Mountbatten-Windsor und Sarah Ferguson 2025 in London
Getty Images
Andrew Mountbatten-Windsor und Sarah Ferguson 2025 in London
Sollte der Palast jetzt ein deutliches Statement zu den neuen E-Mails abgeben?